Versteckt im dichten Wald der Haßberge erhebt sich ein geheimnisvoller Ort, der seit Jahrhunderten Menschen fasziniert: der Veitenstein, ein eindrucksvoller Felssporn am Lußberg in Unterfranken. Wer hierher wandert, betritt nicht nur eine idyllische Naturlandschaft, sondern auch einen Platz voller Geschichte, Sagen und stiller Magie. Auf dem Lußberg, bei Rudendorf und Priegendorf gelegen, gehört er zu den geschichtlich bedeutsamsten Plätzen der Haßberge. Vom steinernen Plateau bietet sich ein herrlicher Blick. Heute ist der Veitenstein vor allem ein spannender Zwischenstopp für Wandernde mit Sinn für Abenteuer und historischem Gespür.
Kultstätte der Vorzeit?

Archäologen vermuten, dass der Veitenstein bereits in vorgeschichtlicher Zeit als Kultplatz diente – dafür gibt es jedenfalls mehr Belege als bei anderen mystischen Orten in den Haßbegen wie der Ferlsenruine Rotenhan oder der Burgruine Lichtenstein. Zwischen den Felsen verbirgt sich die Querkelhöhle, eine eine natürliche Felsformation. Der Name „Querkel“ leitet sich vermutlich von „Querkele“, einem regionalen Ausdruck für Kobold oder kleines Wesen, ab – und tatsächlich wirkt der Ort so, als könnten sich hier Sagengestalten verstecken.
Spuren aus dem Mittelalter
Die meisten Spuren stammen allerdings aus dem 14. Jahrhundert. So lassen sich mehrere Felsritzungen – überwiegend in Form von Kreuzen – in diese Zeit datieren. Einkerbungen lassen darauf schließen, dass der Vorplatz zur Höhle überdacht gewesen ist. Keramikfunde im Inneren der Höhle weisen ebenfalls auf das Mittelalter hin. Offenbar haben die Menschen früher im Inneren der Höhle Stufen in den Fels geschlagen, sind durch einen Schacht in die Tiefe gestiegen und haben dort Felsnischen geschaffen – Ruheplätze, aber auch Lichtnischen, in die Kerzen passen. In späteren Jahrhunderten wurde die Höhle mit Geröll verfüllt und erst in den 1970er Jahren wieder freigelegt. Die zahlreichen Kreuze lassen darauf schließen, dass es sich um die Wohnstätte von Eremiten gehandelt haben könnte. Die meisten finden sich an einem kleinen Höhlenausgang unterhalb der Felsen.
Lässt sich die Veitensteinhöhle besichtigen?
Die Höhle darf von Oktober bis Mai aufgrund von Fledermausschutz nicht betreten werden.
In den Sommermonaten ist sie abgeschlossen. Für Besichtigungen bzw. Führungen vom 15 April bis 15. Oktober bitte melden Bei Roland Wolf Tel.: 09536 / 1342 / E-Mail: RolWolf@aol.com
Für Erkundungen in Eigenregie kann der Schlüssel auch abgeholt werden (auf eigene Verantwortung).
Skulpturengarten – Kunst im Wald oder Kultstätte?

Ein weiteres, eher unerwartetes Highlight auf dem Lußberg ist eine Art Skulpturengarten, der unweit des Veitensteins am Waldrand liegt. Hier stehen zahlreiche aus Holz und Stein gearbeitete Figuren, teils stilisiert, teils naturalistisch. Sie zeigen Menschen, Tiere und abstrakte Formen und wirken wie Wächter dieses besonderen Ortes. Dazu kommen bizarr geformte Baumstümpfe und Wurzeln. Möglicherweise ist es eine Anspielung auf die prähistorische Kultstätte und als moderner Tempel zu verstehen. Leider habe ich keine Hinweise gefunden, wer diesen Ort zu welchem Zweck genau geschaffen hat.
Parkmöglichkeiten am Veitenstein
Parken kannst du zum Beispiel am kleinen Wanderparkplatz am Höhlensteig in Lussberg. Von hier sind es etwa 1,5 Kilometer nach oben. Ich war unter der Woche in den Ferien und bin auf eine Gruppe von etwa 30 Kindern mit Betreuern gestoßen. Wer es ruhiger haben möchte, sollte die Ferienzeit eher meiden.
Fazit: Wanderung zu Natur, Geschichte und Geist
Der Veitenstein und der Lußberg sind ein Ziel für alle, die mehr suchen als nur einen Aussichtspunkt: Hier verbinden sich Naturerlebnis, Geschichte, Mystik und Kunst zu einem besonderen Gesamterlebnis. Ob man nur zur Querkelhöhle wandert, die Ruhe des Waldes genießt oder über alte Kultstätten und ihre Bedeutung nachdenkt – der Lußberg lädt ein zum Staunen und Innehalten.
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