Wanderung, Hängebrücke und Tipps mit Hund
Die Hängeseilbrücke Hohe Schrecke liegt im Norden Thüringens, nicht weit vom Kyffhäuser entfernt. Sie ist deutlich kleiner als die bekannte Geierlay-Hängebrücke im Hunsrück, hat dafür aber eine ganz andere Umgebung: Statt durch offene Landschaft führt die Wanderung durch Streuobstwiesen, Hohlwege und alte Buchenwälder bis hinein in die weitgehend naturbelassene Hohe Schrecke.
Für mich war die Brücke vor allem wegen einer Sache interessant: Ich wollte ausprobieren, wie Kiki damit zurechtkommt. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig. Für meinen Hund war die Hängebrücke bereits zu viel.
Hängebrücke Hohe Schrecke: die wichtigsten Daten
Die Hängeseilbrücke wurde 2019 gebaut und am 1. Oktober 2019 eröffnet. Sie überspannt das Bärental und bildet gleichzeitig einen Zugang zu den Wanderwegen durch die Hohe Schrecke.
Die technischen Daten:
- Länge: etwa 180 Meter
- Höhe über dem Tal: etwa 25 Meter
- Breite: 85 Zentimeter
- Baukonstruktion: Stahl und Holz
- Boden: Holzbretter
- maximaler Durchhang: etwa 5 Meter
- Verankerung: 12 Bodenanker
- Eintritt: kostenlos
Die Brücke ist als frei hängende Stahlkonstruktion mit Windabspannung gebaut. Der Laufsteg besteht aus Holz. Dadurch wirkt sie vergleichsweise natürlich und fügt sich ziemlich gut in die Waldlandschaft ein.
Mit 180 Metern ist sie nur halb so lang wie die Geierlay. Auch die Höhe von etwa 25 Metern ist wesentlich geringer. Trotzdem sollte man die Hängebrücke nicht unterschätzen: Sie bewegt sich und die 85 Zentimeter breite Konstruktion vermittelt durchaus ein Gefühl von Höhe.
Wie kommt man zur Hängebrücke Hohe Schrecke?
Direkt an der Hängebrücke kann man nicht parken. Ein Stück wandern muss man auf jeden Fall.
Der beste Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz in Braunsroda am Gutshof von Bismarck. Die Anfahrt erfolgt über die Bismarck-Allee, bevor man den eigentlichen Ort erreicht. Die Betreiber bitten ausdrücklich darum, den Wanderparkplatz zu benutzen und nicht im Ortskern zu parken.
Von Braunsroda sind es ungefähr 3 Kilometer bis zur Hängebrücke. Hin und zurück kommt man damit auf rund 6 Kilometer, wenn man denselben Weg wieder zurückläuft.
Es gibt allerdings auch Rundwege. Der Enzian-Wiesenweg führt auf etwa 7 Kilometern vom Wanderparkplatz über Streuobstwiesen und durch lichte Laubwälder zur Hängebrücke und anschließend durch den Wald zurück. Für die Runde werden ungefähr zwei Stunden angegeben.
Eine aktuelle Tourenvariante wird mit rund 6,6 Kilometern und etwa 120 Höhenmetern angegeben.
Die Wanderung selbst fand ich ziemlich angenehm. Sie ist bereits ein Teil des Erlebnisses und nicht einfach nur ein notwendiger Zuweg zur Brücke.
Die Hängebrücke liegt mitten in der Natur
Was mir an der Hohen Schrecke besonders gut gefällt, ist die Umgebung.
Die Hohe Schrecke besteht zu großen Teilen aus alten Laubwäldern mit Buchen und Eichen. Teile der Region werden bewusst naturnah entwickelt, sodass sich hier eine entsprechend urwüchsige Waldlandschaft erhalten beziehungsweise weiterentwickeln kann.
Die Hängeseilbrücke ist deshalb auch weniger ein isoliertes Ausflugsziel als ein Bestandteil der Wanderung durch die Hohe Schrecke.
Sehr schön ist auch der Blick Richtung Mittelberg mit der Arche Nebra – dem Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, die im Archäologischen Landesmuseum Halle ausgestellt ist.
Hängebrücke Hohe Schrecke mit Hund

Mit Hund zur Hängebrücke? Grundsätzlich ja – aber es kommt sehr auf den Hund an.
Der Holzboden macht die Hängebrücke aus meiner Sicht zunächst einmal etwas hundefreundlicher als manche andere Hängeseilbrücke wie Geierlay oder Titan RT im Harz. Es gibt keine großen Gitterroste, durch die der Hund auf den Boden oder in die Tiefe schauen muss. Der Hund läuft tatsächlich auf einem durchgehenden Bretterboden.
Trotzdem kann die Brücke für einen Hund eine ziemliche Herausforderung sein.
Meine Hündin Kiki war nicht begeistert
Ich habe sie mitgenommen, weil ich eigentlich davon ausgegangen war, dass der Holzboden und die Höhe für sie kein großes Problem sein dürfte. Madame steht gerne auf Felsen oder Türmen und blickt unerschrocken in die Tiefe. Das war eine Fehleinschätzung. Kiki war von der ungewohnten wackeligen Konstruktion sehr verunsichert.
Der Hinweg war noch ok. Besonders schwierig wurde es beim Rückweg. Einfach umdrehen und einen anderen Weg nehmen war keine wirkliche Option, denn das hätte einen ziemlich großen Umweg bedeutet. Ich musste Kiki schließlich mit Mühe und Not davon überzeugen, mit mir wieder über die Hängebrücke zu gehen. Begeistert war sie davon allerdings überhaupt nicht.
Hunde können Höhenangst haben
Diese Erfahrung hat mir noch einmal gezeigt, dass man bei Hunden nicht nur darauf achten sollte, ob sie über einen Gitterboden laufen können.
Auch Hunde können offensichtlich auf Höhe und schwankende Brücken sehr unterschiedlich reagieren. Manche laufen einfach darüber, andere bekommen Angst.
Deshalb würde ich die Hängebrücke Hohe Schrecke nicht automatisch als hundefreundlich bezeichnen, nur weil sie einen Holzboden besitzt.
Wer einen Hund hat, der bei Brücken, Treppen, Höhen oder ungewohnten Untergründen unsicher reagiert, sollte das vorher berücksichtigen.
Bei Kiki habe ich inzwischen meine Konsequenz daraus gezogen: Solche Hängebrücken würde ich ihr nicht noch einmal zumuten. Wenn überhaupt, würde ich mit ihr nur noch sehr kurze Hängebrücken ausprobieren.
Wer das Ganze mit seinem Hund probieren möchte, für den ist die Hohe Schrecke sicherlich ein guter Ort dafür – nicht so überlaufen.
Wichtiger Hinweis: Hund nur mit Sicherheitsgeschirr
Eine Hängebrücke wurde ich nur mit Hund wagen, wenn er Sicherheitsgeschirr trägt! Im Falle einer Panik kann es sonst lebensgefährlich werden, wenn sich der Hund beispielsweise aus seinem Halsband windet.
Parkplatz und Auwaldzecken
Noch ein kleiner Hinweis zum Parkplatz, der vielleicht gerade für Hundebesitzer interessant ist: Kiki hatte danach mehrere Auwaldzecken im Fell.
Direkt am Parkplatz befindet sich beziehungsweise befand sich ein Pferdehof. Ob die Zecken tatsächlich damit zusammenhängen, kann ich natürlich nicht beurteilen. Pferde können ebenso wie andere größere Tiere Zecken in ihre Umgebung bringen, aber das ist keine gesicherte Erklärung für meinen konkreten Fund.
Wer mit Hund unterwegs ist, sollte die übliche Zeckenkontrolle nach der Wanderung deshalb nicht vergessen. Gerade wenn der Hund durch Wiesen und Wald gelaufen ist, lohnt sich ein genauer Blick ins Fell.
Wie schwierig ist die Wanderung?
Die Wanderung zur Hängebrücke ist keine alpine Tour. Die offiziellen Wege führen über Waldwege, Streuobstwiesen und durch die Hohe Schrecke. Je nach gewählter Route kommen aber natürlich Steigungen und Gefälle dazu.
Für einen normalen Spaziergang sollte man deshalb ein bisschen Zeit einplanen und vernünftiges Schuhwerk tragen.
Wer nur zur Brücke und wieder zurück möchte, kann sich an der etwa 6 Kilometer langen Hin- und Rückstrecke orientieren. Wer daraus eine richtige Wanderung machen möchte, kann den Enzian-Wiesenweg mit etwa 7 Kilometern wählen oder weitere Wege der Hohen Schrecke einbeziehen.
Was kostet die Hängebrücke Hohe Schrecke?
Die Brücke selbst ist kostenlos und ganzjährig frei zugänglich.
Für das Parken am Wanderparkplatz in Braunsroda wird allerdings eine Gebühr erhoben. . Die Parkgebühren dienen dem Unterhalt der Hängebrücke. An bestimmten Bauernmarkt-Terminen gibt es eine Sonderregelung mit kostenlosem Parken.
Am Parkplatz gibt es außerdem eine Toilette und gastronomische Angebote beziehungsweise die Möglichkeit zur Einkehr am Gutshof.
Mein Fazit zur Hängebrücke Hohe Schrecke
Die Hängebrücke Hohe Schrecke ist für mich ein schönes Wanderziel, gerade weil sie mit einer Wanderung durch die Landschaft der Hohen Schrecke verbunden ist. Sie ist mit 180 Metern nicht annähernd so imposant wie die Geierlay, dafür liegt sie sehr schön mitten im Wald.
Auch die Konstruktion mit dem Holzboden gefällt mir. Sie wirkt weniger technisch und passt gut in die Umgebung.
Mit Hund würde ich allerdings genauer hinschauen. Der Holzboden ist zwar ein Vorteil, aber er garantiert keineswegs, dass ein Hund problemlos über die Brücke geht. Kiki hat mir ziemlich deutlich gezeigt, dass 180 Meter Hängebrücke für einen Hund schon eine echte Herausforderung sein können.
Bei ihr war die Erfahrung an der Hohen Schrecke deshalb auch ausschlaggebend dafür, dass ich sie künftig nicht mehr auf solche längeren Hängebrücken mitnehmen würde.
Wer einen entspannten Hund hat, der mit Höhe und schwankenden Untergründen kein Problem hat, kann die Hängebrücke dagegen durchaus als gemeinsames Wanderziel einplanen. Für alle anderen gibt es in der Hohen Schrecke auch ohne Brückenüberquerung genügend Wald, Wege und Natur zu entdecken.
Mein persönlicher Tipp: Die Hohe Schrecke lohnt sich nicht nur wegen der Hängebrücke. Die Wanderung durch die alte Waldlandschaft ist mindestens genauso interessant – und für einen Hund, der mit der Brücke Probleme hat, wahrscheinlich sogar die bessere Beschäftigung.
Alternativen zur Hohen Schrecke mit Hund
Wer bereits weiß, dass der eigene Hund Angst vor Hängebrücken oder größeren Höhen hat, muss für einen schönen Ausflug nicht unbedingt zur Hohen Schrecke fahren. Ich würde in diesem Fall eher den Harz als Ziel wählen. Dort gibt es zahlreiche Ausflugsziele, die sich sehr gut mit Hund verbinden lassen und bei denen man nicht auf eine Hängebrücke angewiesen ist.
Ein persönlicher Tipp von mir ist Stolberg im Südharz. Der kleine Ort ist mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern wirklich hübsch und wirkt mit seinen engen Straßen und den historischen Häusern fast ein bisschen wie aus einem Bilderbuch. Gerade für einen entspannten Spaziergang mit Hund finde ich Stolberg sehr schön.
Ein weiterer Geheimtipp ist die Kelle, eine ungewöhnliche Höhlenruine mitten im Wald. Besonders schön ist sie bei Sonnenschein: Wenn die Sonne in die Höhle scheint, leuchtet der kleine Höhlensee im Inneren teilweise intensiv türkis. Das sieht tatsächlich spektakulär aus. Auch die Kelle lässt sich gut mit Hund besuchen und ist deshalb für mich eine schöne Alternative zu einer Hängebrücke.
