Und ja, sie wackelt.

Die Geierlay-Hängebrücke im Hunsrück gehört für mich zu den Ausflugszielen, bei denen man schon ein bisschen Abenteuerlust mitbringen sollte. 360 Meter lang, rund 100 Meter über dem Mörsdorfer Bachtal und dabei eine Konstruktion, die sich beim Überqueren tatsächlich leicht bewegt: Die Geierlay ist nichts für Menschen mit ausgeprägter Höhenangst.

Für mich macht genau das den Reiz aus. Die Brücke ist nicht völlig harmlos wirkend wie eine normale Fußgängerbrücke, sondern vermittelt tatsächlich ein kleines Abenteuer. Gleichzeitig hatte ich nie das Gefühl, dass es zu viel wird. Für mich war es genau das richtige Maß an Nervenkitzel.

Wo liegt die Geierlay-Hängebrücke?

Die Geierlay liegt im Hunsrück in Rheinland-Pfalz zwischen den Orten Mörsdorf und Sosberg. Sie überspannt das Mörsdorfer Bachtal und verbindet damit zwei Höhenzüge.

Die Brücke wurde am 3. Oktober 2015 eröffnet. Mit dem Bau wurde am 26. Mai 2015 begonnen. Die eigentliche Bauzeit betrug damit nur knapp sechs Monate. Dem Projekt gingen allerdings bereits mehrere Jahre Planung voraus: Die grundsätzliche Entscheidung für den Bau wurde in Mörsdorf schon 2010 getroffen.

Heute ist die Geierlay ganzjährig und rund um die Uhr zugänglich. Einen Eintritt gibt es nicht.

Geierlay: technische Daten im Überblick

Die wichtigsten Zahlen sind durchaus beeindruckend:

  • Länge: 360 Meter
  • lichte Höhe über dem Tal: rund 100 Meter
  • Laufbreite: in der Mitte etwa 85 Zentimeter
  • Baukosten: rund 1,14 Millionen Euro
  • Baubeginn: 26. Mai 2015
  • Eröffnung: 3. Oktober 2015
  • Nutzung: Fußgängerbrücke
  • Brückentyp: Hängeseilbrücke

Die 360 Meter beziehen sich auf die gesamte Spannweite der Brücke. Damit gehört die Geierlay weiterhin zu den längsten Hängeseilbrücken Deutschlands und Europas. Bei ihrer Eröffnung war sie die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Diesen Titel verlor sie 2017 an die Titan RT an der Rappbodetalsperre.

Ist die Geierlay kostenlos?

Ja. Die Hängeseilbrücke selbst kostet keinen Eintritt. Man kann einfach hingehen und die Brücke überqueren.

Etwas anders sieht es beim Parken aus.

Wer in Mörsdorf auf den offiziellen Besucherparkplätzen P1, P2 oder P3 parkt, zahlt aktuell 15 Euro für die ersten fünf Stunden. Jede weitere angefangene Stunde kostet einen Euro. Die Brücke selbst und die öffentlichen Toiletten sind dagegen kostenlos (es waren aber wohl mal Bezahlschranken vorgesehen!).

Ich habe auf Parkplatz P1 an der Kastellauner Straße geparkt. Von dort sind es ungefähr 1,8 bis 2 Kilometer bis zur Geierlay. Die Strecke ist gut ausgeschildert.

Für einen kurzen Abstecher zur Brücke sollte man die Parkgebühr also durchaus einkalkulieren.

Der direkte Weg zur Geierlay

Von Mörsdorf führt ein relativ direkter Weg zur Brücke. Die Strecke ist ungefähr zwei Kilometer lang und führt zunächst durch den Ort und anschließend durch die offene Landschaft.

Genau hier liegt für mich allerdings ein wichtiger Punkt, den man bei einem Besuch im Sommer berücksichtigen sollte: Der direkte Weg ist geteert und führt nahezu komplett durch die Sonne.

Mit dem Hund zur Geierlay?

An einem heißen Sommertag kann das ziemlich unangenehm werden. Besonders mit einem Hund würde ich diesen Weg bei Wärme nicht wählen. Mitte September habe ich mehrere hechelnde Hunde getroffen, die mit der Wärme sichtlich zu kämpfen hatten – bei etwa 24 Grad.

Es gibt allerdings eine interessante Alternative: Rund um die Geierlay verlaufen mehrere Wanderwege durch Wald und Bachtäler.

Die Wege sind teilweise etwas anspruchsvoller und gehen immer wieder bergauf und bergab. Bei trockenem Wetter waren sie bei meinem Besuch aber gut zu laufen. Wer nicht ausschließlich den kürzesten Weg zur Brücke sucht, bekommt dadurch gleichzeitig eine wesentlich schönere Wanderung.

Die offizielle Geierlay-Seite weist verschiedene Rundwege zwischen etwa 3 und 14 Kilometern aus. Die bekannte Traumschleife Geierlay ist 6,6 Kilometer lang und als mittelschwer eingestuft.

Gerade an heißen Tagen würde ich persönlich einen schattigeren Weg durch den Wald dem direkten Sonnenweg vorziehen.

Ich habe meine Hündin Kiki übrigens nicht mitgenommen. Ich war mit ihr bei der Hängebrücke Hohe Schrecke im Thüringer Wald – und musste feststellen, dass Madame die wackelige Konstruktion überhaupt nicht zu schätzen wusste. Hin ging noch, aber der Rückweg gelang nur mit viel Geduld. Das wollte ich ihr auf der doch stark besuchten Geierlay Brücke nicht antun.

Ich habe bei meinem Besuch übrigens mehrere Hunde gesehen, die ohne Probleme hinübergelaufen sind – aber auch einen Hund, de es sichtlich zu viel war. Die Besitzer haben es versucht und dann abgebrochen – absolut vernünftige Entscheidung.

Wichtiger Hinweis: Hund nur mit Sicherheitsgeschirr

Eine Hängebrücke wurde ich nur mit Hund wagen, wenn er Sicherheitsgeschirr trägt! Im Falle einer Panik kann es sonst lebensgefährlich werden, wenn sich der Hund beispielsweise aus seinem Halsband windet.

Hündin Kiki trägt vorbildlicherweise Sicherheitsgeschirr (aufgenommen an der Hohen Schrecke in Thüringen).

Die Geierlay selbst: Wackeln gehört dazu

Dann kommt irgendwann der Moment, in dem man tatsächlich auf der Brücke steht.

Und ja: Sie wackelt.

Das gehört bei einer Hängeseilbrücke natürlich zum Erlebnis. Je nachdem, wie viele Menschen gleichzeitig unterwegs sind, kann die Bewegung mehr oder weniger deutlich ausfallen.

Wer unter Höhenangst leidet, sollte sich deshalb vorher überlegen, ob das wirklich das richtige Ausflugsziel ist. Die Brücke ist schmal und in der Mitte nur etwa 85 Zentimeter breit.

Für mich war es dagegen genau richtig. Die Geierlay vermittelt tatsächlich dieses kleine Abenteuergefühl, ohne dass man dafür gleich eine extreme Klettertour unternehmen muss.

„Die hängt doch nur an zwei Schrauben!“

Bei meinem Besuch gab es übrigens einen kleinen amüsanten Moment.

Ein Mann, der ebenfalls auf die Brücke wollte, war sichtlich skeptisch. Er hatte sich die Konstruktion genauer angesehen und war überzeugt, dass die Brücke beziehungsweise die Seile nur jeweils mit zwei Schrauben befestigt seien. Das war ihm zu unsicher. Auch der Bretterboden überzeugte ihn nicht gerade von der Stabilität und er wollte lieber einen anderen Weg nehmen.

Ganz so einfach ist die Konstruktion allerdings nicht.

Die tragenden Seile sind tatsächlich massiv verankert. Nach den technischen Angaben bestehen die Verankerungen auf jeder Seite aus sechs Dywidag-Ankerstangen mit 63 Millimetern Durchmesser, die bis zu 25 Meter tief in den Fels einzementiert wurden. Zusätzlich gibt es weitere Windlastseile und entsprechende Verankerungen.

Die „zwei Schrauben“ sind also eher ein Beispiel dafür, wie wenig man von einer solchen Konstruktion mit bloßem Auge erkennen kann.

Trotzdem: Wer beim Anblick von Seilen, Brettern, 100 Metern Luft unter den Füßen und einer leicht schwingenden Brücke sofort umdrehen möchte, wird auf der Geierlay vermutlich nicht besonders glücklich.

Die XXL-Bank auf der Sosberger Seite

Ein besonderes Highlight für mich war die Riesenbank auf der Sosberger Seite der Brücke.

Die Bank ist wirklich überdimensioniert. Sie steht am Weg zwischen dem Besucherparkplatz in Sosberg und der Geierlay und bietet einen schönen Blick in die Landschaft und auf den Brückenkopf.

Die Zahlen sind ziemlich beeindruckend:

  • 5,10 Meter lang
  • 1,50 Meter Sitzflächenhöhe
  • 2,95 Meter hohe Rückenlehne
  • etwa 2.200 Kilogramm schwer
  • rund 2,5 Kubikmeter Holz

Gefertigt wurde sie aus Douglasienholz aus der Region. Das Holz wurde von einem Forstbetrieb aus dem benachbarten Mörsdorf zugeschnitten. Finanziert wurde das Projekt mit Unterstützung von Innogy vor Ort. Die Dorfgemeinschaft Sosberg wollte damit unter anderem den Weg zwischen Ort und Geierlay aufwerten.

Und natürlich ist die Bank ein ziemlich gutes Fotomotiv.

Schon allein durch die Größenverhältnisse wirkt ein Mensch darauf plötzlich ziemlich klein. Dazu kommt der freie Blick über die Landschaft. Die Bank ist deshalb nicht einfach nur eine Sitzgelegenheit, sondern wurde ganz bewusst als Blickfang und Fotospot angelegt.

Geierlay-Hängebrücke als Fotomotiv

Fotografisch bietet die Geierlay gleich mehrere interessante Perspektiven.

Auf der Brücke selbst bekommt man den Blick über das Tal und die Konstruktion mit ihren Seilen. Von außen lässt sich dagegen die gesamte Länge von 360 Metern wesentlich besser erfassen.

Besonders interessant finde ich die Perspektive von der Sosberger Seite mit der XXL-Bank. Von dort lassen sich Landschaft, Brückenkopf und die riesige Holzbank miteinander verbinden.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte deshalb nicht einfach nur über die Brücke laufen und anschließend wieder zurückgehen. Gerade die Wege rund um die Geierlay machen den Besuch abwechslungsreicher.

Mein Fazit zur Geierlay-Hängebrücke

Für mich ist die Geierlay ein wirklich gelungenes Ausflugsziel im Hunsrück.

Die Brücke selbst ist kostenlos, technisch interessant und bietet genau das richtige Maß an Abenteuer. Sie ist mit 360 Metern lang genug, dass man das Gefühl bekommt, wirklich eine große Hängeseilbrücke zu überqueren. Die Höhe von rund 100 Metern sorgt zusätzlich für den nötigen Respekt.

Man sollte allerdings schwindelfrei sein und damit klarkommen, dass die Brücke sich bewegt.

Wer im Sommer kommt, sollte außerdem die Wanderung nicht unterschätzen. Der direkte Weg von Mörsdorf zur Brücke ist zwar mit rund zwei Kilometern nicht besonders lang, führt aber größtenteils durch die offene Landschaft. Bei großer Hitze würde ich deshalb insbesondere mit Hund eine schattigere Wanderroute durch den Wald wählen.

Mein persönliches Highlight war neben der Brücke selbst die riesige Bank auf der Sosberger Seite. Sie ist ein ungewöhnliches Fotomotiv und gleichzeitig ein schöner Aussichtspunkt.

Die Geierlay ist für mich damit eine Mischung aus Wanderziel, Fotospot und kleinem Abenteuer – und genau dieses Maß an Nervenkitzel macht ihren Reiz aus.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Besuch der Hängebrücke

Kostet die Geierlay Hängebrücke Eintritt?

Nein, das Überqueren der Brücke ist kostenlos. Es werden allerdings Parkgebühren verlangt.

Wie hoch sind die Parkgebühren an der Geierlay Hängebrücke 2026?

Die Parkgebühren betragen 15 Euro. Von dem Geld wird die Infrastruktur zur Verfügung gestellt – und natürlich ist es auch gut, die eher strukturschwache Region zu unterstützen.

Gibt es kostenlose Toiletten in der Nähe?

Am parkplatz 1 in Mörsdorf war wohl ursprünglich eine Bezahlfunktion vorgesehen; Mitte Semptember 2026 waren die Toiletten aber kostenlos. Dazu gab es direkt an der Hängebrücke einen Toilettenwagen.

Kann ich die Hängebrücke zu jeder Zeit betreten?

Grundsätzlich ja, bei sturm oder schlechter Witterung kann sie jedoch kurzfristig gesperrt werden.

Kann ich direkt an der Hängebrücke parken?

Nein, das ist nicht möglich. Von Mörsdorf sind es 1,7 km, von Sosberg 1,9 km, die zu Fuß oder auch mit einem Leih-E-Bike zurückgelegt werden können. Weitere Informationen: https://geierlay.de/besucherzentrum/anfahrt-und-parken/

Ausflugsziele in der Nähe

Ich war etwa drei Stunden bei der Geierlay Hängebrücke – anschließend habe ich noch das Moseltal erkundet: Beilstein, Bremm mit dem Calmont Heiligtum und fantastischen Ausblicken auf die Moselschleife sowie die Marienburg nahe Alf und Zell mit Aussichtsturm waren tolle Highlights.

Meine Unterkunft war das Burghotel Schönburg in Oberwesel mit herrlichem Burggarten.