Felsen, Schluchten und „versunkene Heiligtümer“
Der Harz wirkt auf vielen Ebenen uralt – nicht nur wegen seiner Sagen, sondern auch wegen seines Gesteins. Grauwacke gilt als „typisches Harzer Gestein“ und prägt große Teile des Mittelgebirges. Dazu kommen Granitkörper (u. a. im Hochharz), harte, widerständige Gesteine, die Landschaften formen, in die sich Wasserläufe tief einschneiden – und die sich (ganz praktisch) gut anfühlen, wenn du mit Edelsteinen „erdig“ arbeiten willst.

Brocken – kein Kultplatz, sondern Grenzraum
Der Brocken (Blocksberg) ist der höchste Punkt des Harzes und seit Jahrhunderten Projektionsfläche für Mythen (Walpurgis, Hexenbilder, Nebel, Sturm).
Er ist allerdings keine klassische Kultstätte“, sondern ein Grenzraum: ein Ort, der eher überwältigt als einlädt. So wie manche Plätze in vorchristlicher Zeit nicht zwingend „Tempel“ waren, sondern No-Go-Areas, an denen man Respekt hatte – wegen Wetter, Sichtbarkeit, Unberechenbarkeit, vielleicht auch wegen sozialer Regeln. Das beste Beispiel dafür sind die Externsteine im Teutoburger Wald*.
Wie du ihn nutzen kannst (ohne ihn zu romantisieren):
- Geh hinauf, wenn du Klarheit willst – nicht „Geborgenheit“.
- Nimm den Brocken als Spiegel: Was macht Weite mit dir, wenn es kalt wird, wenn der Wind dich „aus dem Kopf bläst“?
- Wenn er sich falsch anfühlt: auch das ist eine Botschaft. Der Harz hat genug andere Orte, die dich aufnehmen.
Teufelsmauer – Zähne aus Stein, Kammweg für Trittsichere
Die Teufelsmauer ist ein langes Band aus markanten Sandsteinformationen im Harzvorland – so auffällig, dass sie wirkt wie eine künstliche Befestigung.
Hier findest du mehrere „Kraftplätze“ dicht an dicht – und du spürst schnell: das ist kein „Waldspaziergang“, sondern ein Gelände, das Aufmerksamkeit fordert.
Hamburger Wappen
Ein ikonischer Abschnitt der Teufelsmauer – fotogen, zugänglich, beliebt. Gerade deshalb ist die Energie hier oft „laut“: Du teilst den Ort mit vielen Menschen, viel Bewegung, viel Blick nach außen.
Königstein

Der Königstein ist einer der markanten Punkte entlang des Felsenbandes; er taucht auch in der lokalen Wander- und Ortsbeschreibung rund um den Teufelsmauer-Stieg prominent auf.
Wenn du ihn als Kraftplatz besuchen willst: geh früh oder bei trübem Wetter – dann kippt der Ort von „Ausflugsziel“ zurück in „Fels, Wind, Weite“.
Großvaterfelsen
Der Großvaterfelsen bildet mit der „Großmutter“ einen markanten Abschlussbereich der Teufelsmauer bei Blankenburg. Wenn du ihn als Kraftplatz wählst, dann wegen der Schwelle: Nicht jeder kommt „mal eben“ hoch. Und manchmal ist genau das der Punkt – ein Ort, der dich prüfen lässt, ob du wirklich präsent bist. Doch keine Sorge: es gibt genug Orte im Harz, die einfacher zugänglich sind und ebenfalls ein spirituelles Erlebnis bzw. auch einfach ein spektakuläres Naturerlebnis bieten können wie der Königstein bei Weddersleben (siehe oben)

Kammweg Timmenrode – nur für Trittsichere
Der Abschnitt ab Großvaterfelsen Richtung Hamburger Wappen ist nur für Trittsichere zu empfehlen.
Als Kraftplatz ist der Kammweg weniger „mystisch“ als körperlich: Balance, Fokus, Atem. Du bekommst „Erdung“ nicht als Gefühl, sondern als Aufgabe.
Orakelfelsen – Kultstätte im Erleben
Der Orakelfelsen wird in lokalen Kontexten als besonderer Punkt im Umfeld der Teufelsmauer erwähnt – ein Ort, an dem Menschen Sinn, Zeichen und „Antworten“ suchen.
Wenn du so einen Platz besuchst: Geh mit einer klaren Frage – aber ohne Erwartung auf „spektakuläre Zeichen“. Oft ist das Orakel einfach der Satz, der dir einfällt, wenn du lange genug still bist.
Gegensteine – „wie Perlen auf einer Schnur“
Die Gegensteine sind freistehende Felsformationen, die zum Teufelsmauer-Komplex gehören und sogar bestiegen werden können (Großer Gegenstein mit Stufen/Treppen).
Leylinie vom Harz bis Halle?
Spannend ist hier auch der größere Zusammenhang: In einer älteren heimatkundlich-geologischen Darstellung wird beschrieben, dass in einer geraden Linie entlang der Teufelsmauer bis nach Halle frühzeitliche Höhensiedlungen „wie an einer Schnur aufgereiht“ liegen. Das ist der sachlich greifbare Kern dessen, was viele später als „Leyline“ deuten.
Mehr lesen: Leylinien in Deutschland mit Karte

Bodetal – Roßtrappe, Hexentanzplatz und die beste Wanderenergie
Das Bodetal (Bodeschlucht) ist eine der eindrucksvollsten Schluchten des Harzes. Die Bode hat sich dort tief in harte Gesteine eingeschnitten (u. a. Ramberggranit), die Schlucht ist teils hunderte Meter tief.
Als Kraftplatz funktioniert das Bodetal vor allem über Kontraste: sonnig/trocken oben, kühl/feucht unten, eng/weit, ruhig/rauschend.
Roßtrappe
Hoch über dem Tal – klassisch „männlich“ im Gefühl: Fels, Kante, Blick. Als Ort ist die Roßtrappe fest mit der Bodetal-Erzählwelt verbunden und ein großes Ziel vieler Touren.
Hexentanzplatz – sehr touristisch (und manchmal grenzwertig)
Der Hexentanzplatz ist Besuchermagnet. Genau dadurch wirkt er auf viele nicht mehr wie „Kraftort“, sondern wie Kulisse. Als Wanderziel ist er dennoch Teil beliebter Rundtouren, die mehrere Aussichtspunkte verbinden – nur eben oft hoch frequentiert. Dazu sind die Parkgebühren unverschämt.
Wenn du ihn besuchst, dann am besten als Übergangspunkt: kurz schauen, kurz fühlen – und dann wieder runter in die Schlucht, wo der Harz leiser wird.
Top-Wanderung
Eine Tour durch das Bodetal ist eine etablierte Route (Rundwanderung; stark besucht bei gutem Wetter).
Mein Tipp für „Kraft“ statt „Kirmes“: Geh bei bedecktem Himmel oder außerhalb der Kernzeiten. Dann passt der Ort besser zu seinen Geschichten.

Burg Regenstein – Felsenburg, die in den Stein hineingeht
Die Burgruine Regenstein ist eine Ruine einer Felsenburg bei Blankenburg: Sandsteinmassiv, steile Flanken, und das Faszinierende ist, dass du noch in den Fels gehauene Räume siehst.
Als Kraftplatz ist Regenstein kein „sanfter“ Ort. Er wirkt wie ein Gedächtnisspeicher: Stein, Schnitt, Kante – und diese Mischung aus Schutz und Härte, die Burgen oft ausstrahlen.

Klusberge – Naturkraftort mit Hinweis auf religiöse Nutzung
Die Klusberge liegen bei Halberstadt im Harzvorland und sind als Sandsteinformationen mit Felsräumen bekannt.
Besonders spannend: Es wird von einem komplexen System an Felsenräumen berichtet, darunter ein Bereich, der als „Kapelle“ bezeichnet wird. Hier befand sich auch einst eine stark schüttende Quelle, die beim Bau eines Wasserkraftwerks allerdings versiegte.
Als Kraftplatz ist das für mich ein klassischer Übergangsort: Naturraum, der später von Menschen gedeutet und überformt wurde.

Kelle im Südharz – Höhlenruine mit See (frei zugänglich)
Die Kelle bei Appenrode ist eine Gips-/Karsthöhle im Naturpark Südharz – heute eine Art Resthöhle/halboffene Grotte mit kleinem Höhlensee. Gerade weil sie keine „Showhöhle“ ist, sondern eher eine Höhlenruine, wirkt sie wie ein stilles Gegenstück zu den großen Aussichtspunkten: dunkler, feuchter, nach innen gerichtet. Wenn die Sonne auf den See scheint, leuchtet er dazu in tiefem Blau – ähnlich wie zum Beispiel der Blautopf auf der Schwäbischen Alb.
Heilsteine im Harz aufladen
Der Harz gehört zu den ältesten Gebirgen Deutschlands. Sein Grundgerüst besteht zu großen Teilen aus Grauwacke – einem sehr harten, dunklen, sandigen Sedimentgestein – sowie aus Granit im Hochharzbereich. Beide Gesteine sind extrem widerständig, druckstabil und über Jahrmillionen geformt worden. Sie tragen die Spuren von Faltung, Hebung, Verwitterung, Eiszeiten, Wasser und Wind.
Wenn man – wie ich – mit Heilsteinen arbeitet, spielt genau diese geologische Tiefe eine Rolle, als bewusste Verbindung zur Erdgeschichte. Ein Stein, der in Granit oder Grauwacke eingebettet war oder auf solchem Untergrund liegt, trägt die Atmosphäre eines uralten, stabilen Gebirges.
Gerade im Harz, wo Felswände, Blockhalden, Klippen und Schluchten unmittelbar erfahrbar sind, entsteht leicht das Gefühl von archaischer Stabilität. Diese Atmosphäre kannst du bewusst nutzen.
Mehr über Heilsteine und Kraftorte erfährst du hier:
Buchtipp:

„Versunkenes Heiligtum“ im Harz
Rund um die Teufelsmauer und Blankenburg gibt es die Erzählung eines „versunkenen Heiligtums aus Kraftorten“ – einer zusammenhängenden Kultlandschaft, die verschiedene markante Orte (u. a. Regenstein, Großvaterfelsen, Königstein, Klusberge/Teufelsmauer-Abschnitte) miteinander in Beziehung setzt. Diese Idee wird in lokalen Projekten explizit so dargestellt.
Mehr erfahren: Das versunkene Heiligtum im Harz
