Die Burgruine Regenstein bei Blankenburg ist eine der beeindruckendsten Ruinen in ganz Deutschland. Sie gehört für mich zu den interessantesten Reisezielen im Harz. Von der schwer einnehmbaren Burganlage aus dem Hochmittelalter sind zwar nur noch Ruinen vorhanden. Die in den Fels hineingehauenen Räume und auch  die Reste des Bergfrieds sind jedoch nach wie vor sehr beeindruckend. Dazu macht es Spaß, in die zahlreichen Höhlen zu blicken und auf den Felsen herumzuklettern – gerade auch für Kinder ist die Ruine deswegen gut geeignet. 

Die neuzeitliche Festung


Der alte Burgberg ist von Resten der neuzeitlichen Festung umgeben. Auch hier gibt es mehrere in den Fels gehauene Höhlen. Dazu lassen sich die zahlreichen Befestigungsanlagen erkunden. Im Jahr 1671 in der frühen Festungszeit entstand ein Burgbrunnen mit einer Tiefe von über 197 Metern – der tiefste Burgbrunnen der Welt. Drei Männer brauchte es, um das Rad zu drehen, und 15 Minuten, bis der 40 Liter Wasser fassende Kübel oben angekommen war. Der Brunnen wurde 1885 vollständig verschüttet, nachdem die Tiefe 1855 nur noch 62 Fuß betrug und Mauerwerk von oben nachzustürzen drohte.

Generell ist die Anlage sehr weitläufig. Den besten Blick auf den Burgberg hast du direkt beim Eingang vom Parkplatz aus gesehen sowie linkerhand des Eingangs auf der Bastion. Von allen anderen Stellen aus hast du nur einen eingeschränkten Blick. 
Die Burg ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Parkmöglichkeiten und Toiletten auf der Burg Regenstein

Die Anlage ist nicht barrierefrei. Es gibt einen kostenlosen Parkplatz etwa 400 Meter unterhalb, der in den Sommerferien rappelvoll sein kann. Hier befindet sich auch ein Toilettenhäuschen. Weitere Toiletten gibt es auch im Kassenhäuschen am Burgeingang. 

Öffnungszeiten und Eintrittspreise


Öffnungszeiten: 

  • April bis Oktober täglich von 10-18 Uhr geöffnet
  • November-Februar Mittwoch-Sonntag 10-16 
  • März täglich 10-17 Uhr 

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 3 €
  • Kinder ab 6 Jahren: 1,50 €

Die Geschichte der Burg Regenstein

Burg Regenstein als Teil des versunkenen Heiligtums

Die Burg Regenstein soll Teil einer gigantischen Kultanlage gewesen sein: dem versunkenen Heiligtum. Dieses umfasste mehrere Kultplätze, darunter die heutige Burg Blankenstein, den Königstein der Teufelsmauer und weitere markante Felsen und Naturwunder. 

Die Geschichte der Burg Regenstein im Mittelalter

Im Jahr 1162 wurde erstmals Konrad, der Sohn des Grafen Poppo I. von Blankenburg als Comes de Regenstein (Graf von Regenstein) namentlich erwähnt. Berühmt wurde die Burg jedoch vor allem durch den Grafen Albrecht II. von Regenstein (1310–1349), der in den 1330er Jahren häufig Streitigkeiten mit den Regierenden der umliegenden Städte, dem Bischof von Halberstadt und der Äbtissin von Quedlinburg, hatte. Romantisch verklärt wurden diese Geschichten in der Ballade Der Raubgraf von Gottfried August Bürger (vertont von Johann Philipp Kirnberger) sowie dem Roman Der Raubgraf von Julius Wolff. Im 15. Jahrhundert zog die Regensteiner Grafenfamilie auf das Blankenburger Schloss. Die Burg verfiel und wurde zur Ruine. Der letzte männliche Nachfahre des adeligen Geschlechtes, Graf Johann Ernst von Regenstein, starb 1599.

Zur Burgruine Regenstein existiert auch folgende Sage:

Einstmals wurde im Verlies der Burg Regenstein eine der schönsten Jungfrauen des Landes gefangengehalten, weil sie die Liebe des Grafen von Regenstein verschmähte. Mit einem Diamantring kratzte sie einen Spalt in den Fels, welcher nach einem Jahr so groß war, dass sie hindurchkriechen und fliehen konnte. Nach ihrer Flucht kehrte sie mit ihren Angehörigen auf die Burg zurück, doch der Graf war verschwunden. Wenig später bemerkte sie, dass aus einem Spalt in einer Felswand dicker Qualm hervorquoll. Als sie hindurchsah, erblickte sie den Grafen im Fegefeuer. Da warf sie ihm aus Mitleid ihren Ring zu, um den Geist des Grafen zur Ruhe kommen zu lassen.  

Quelle: Wikipedia

Die Sandsteinhöhlen unterhalb der Burgruine

Unterhalb der Burg Regenstein im westliche Vorfeld der ehemaligen Festung befinden sich interessante Sandsteinhöhlen. Diese liegen T-förmig auseinander – im Westen liegen Höhlen und die Regensteinmühle, im Osten die sogenannten Höhlen im Heers. Die Sandhöhlen waren einst Teil der Festungsanlage, genauso wie die Erdschanzen, die heute kaum noch zu erkennen sind. Der extrem feine Sand am Regenstein wurde im Mittelalter als Scheuersand für Fussböden u.ä. abgebaut und musste dazu nicht einmal aufbereitet oder gesiebt werden. Die Höhlen sind von Menschen gemacht und wurden in alter Zeit möglicherweise auch als Thing-Plätze genutzt. Die Regensteinmühle wurde im 12. Jahrhundert gebaut, um die Burg zu versorgen.

Ein alternatives Reiseziel

Wenn du das Gedränge scheust, das durchaus auf Burg Regenstein herrschen kann, könnte dir ein Besuch in Langenstein gefallen. Für die Altenburg wurden ebenfalls Höhlen in den Fels geschlagen, die im 19. Jahrhundert teilweise in Höhlenwohnungen umgebaut wurden. Eine davon wurde rekonstruiert und lässt sich besichtigen. Am Schäferberg finden sich dazu weitere Höhlenwohnungen. Zu den Höhlenwohnungen von Langenstein

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