Die Ostseeinsel Rügen ist bereits seit der Frühzeit besiedelt – davon künden Dolmen und Großsteingräber der Megalithkultur, Urnenfelder aus der Steinzeit, Heiligtümer der Germanen sowie beeindruckende Festungen aus der Slawenzeit. Im Folgenden stelle ich euch einige bemerkenswerte Kraftorte der Insel vor, an denen mancher besondere Energien zu verspüren vermag:

  • Kap Arkona – Kraftort mit slawischem Heiligtum
  • Der mythische Herthasee im Nationalpark Jasmund
  • Kraftvolle Kultstätte: der Friedensberg bei Sellin
  • Die Feuersteinfelder bei Binz
  • Die Feuersteinwerkstätten und Hexenbäume bei Lietzow

1. Kap Arkona – Kraftort mit slawischem Heiligtum

Das oft sturmumtoste Kap Arkona ist ein besonders geschichtsträchtiger Ort. An der Steilküste beim Fischerdorf Vitt steht das Großsteingrab Nobbin als stummer Zeuge der Ur- und Frühzeit der Insel. Direkt am Kap thronte einst die mächtige Jaromarsburg aus slawischer Zeit direkt an der Steilküste. Die beeindruckenden Wallanlagen sind noch heute sichtbar. Die Festung wurde allerdings bereits zum Teil Opfer der Naturgewalten. In der nahen Kirche von Altenkirchen wurde direkt über dem Fundamentsockel ein Steinrelief verbaut, das vor der Christianisierung Rügens entstand und den Priester des Slawengottes Svantevit darstellen könnte. Die Seitenlage des verbauten Steins in der Kirche sollte wohl die Überlegenheit des Christentums über die frühere Religion darstellen.

2. Der mythische Herthasee im Nationalpark Jasmund

Der Nationalpark Jasmund ist nicht nur wegen der malerischen Kreideklippen ein besonderer Ort. Im dunklen Buchenwald liegt zudem der fast kreisförmige, bis zu 11 Meter tiefe Herthasee, direkt am Wanderweg zwischen dem Besucherparkplatz Hagen und dem Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Am nordöstlichen Ufer befindet sich die Herthaburg, eine bis zu 17 Meter hohe Wallanlage aus der Zeit der slawischen Besiedlung vom 8. bis 12. Jahrhundert. Einst stand hier auch eine mächtige Buche, die mittlerweile jedoch umgestürzt ist. Der Name Hertha bezieht sich auf die germanische Göttin Nerthus, die die Mutter Erde symbolisierte. Diese soll auf einer Insel im Weltmeer gelegentlich in einem heiligen Hain einen von Kühen gezogenen Wagen bestiegen haben und hierin über das Land gefahren sein. Nach dieser Fahrt, die eine festliche und friedliche Zeit mit sich brachte, wurden der Wagen und die Göttin selbst in einem entlegenen See gebadet, wobei diejenigen, die ihr dabei halfen, anschließend von dem See verschlungen wurden. Gut vorstellbar, wenn man in die dunkle Tiefe des Sees hineinblickt …

3. Kraftvolle Kultstätte: der Friedensberg bei Sellin

Nahe Sellin wurden zahlreiche Urnengräber freigelegt. Der uralte Friedhof wurde mittlerweile überbaut. Besondere Energien lassen sich jedoch am Friedberg, dem Zentrum des Kurparks in Sellin, erspüren. Dabei handelt es sich wohl um ein altes Heiligtum aus der Bronzezeit. Die Germanen sollen den Berg auch als Richtstätte genutzt haben. Mehrere Hinweistafeln helfen dabei, die Energien zu erspüren. Auf dem Berg wurde vor einigen Jahren eine Steinsetzung errichtet und mit Hecken umgeben, die an einen Steinkreis erinnern.

4. Die Feuersteinfelder bei Binz

Zwischen Binz und Prora liegt das „Steinerne Meer“. Dabei handelt es sich um Feuersteinfelder, die eine Fläche von 40 Hektar einnehmen. Die Steine hatten sich im Laufe der Zeit aus dem Kreide-Kliff der Halbinsel Jasmund herausgewittert und sich zunächst am Fuß des Kliffes angesammelt. Während einer Serie von Sturmfluten vor 3.500 bis 4.000 Jahren wurden die Steine in die Schmale Heide verfrachtet und abgelagert. Wegen der relativ hohen Mächtigkeit der unfruchtbaren Feuersteinablagerungen weisen diese bis heute nur spärlichen Bewuchs auf. 1840 wurde die Schmale Heide mit einem Kiefernwald bepflanzt, der heute die Feuersteinfelder eng umrahmt. Seit 1935, als das Gebiet unter Naturschutz gestellt wurde, konnten sich viele Bäume, Sträucher und weitere Pflanzenarten ungestört entwickeln.

5. Feuersteinwerkstätten und Hexenbäume bei Lietzow

Der Ort Lietzow geht auf eine slawische Siedlung zurück. Bekannt ist der Ort durch zahlreiche Funde aus der Steinzeit, namensgebend für die Lietzow-Kultur. Gefunden wurden Feuersteinwerkstätten mit Flintspänen, Messern, Streitäxten und anderen Objekte aus Feuerstein sowie auch Geräte aus Geweih. Die größte Fundstelle liegt südlich des Ortes auf der Halbinsel. Nördlich von Lietzow befinden sich die schief gewachsenen Hexenbäume, weiter östlich hinter der B96 steht zudem eine eiszeitliche Kiefer.