Wenn du in Garmisch-Partenkirchen Urlaub machst, bietet sich eine Fahrt auf die Zugspitze an – vorausgesetzt, du bist gewillt, mindestens 61 € zu zahlen und das Wetter passt. Es ist auch möglich, deinen geliebten Vierbeiner mitzunehmen. Ich habe das Ganze mit meinem Tierschutzhund Kiki unternommen und erzähle dir gerne von meinen Erfahrungen.

Die Fahrtzeiten der Zugspitzbahnen

Da ich das Ganze etwas unübersichtlich fand, habe ich dazu eine eigene Seite mit FAQ angelegt:

Die Preise der Zugspitzbahnen

Grundsätzlich gibt es mit Zahnradbahn und Eibsee-Seilbahnzwei Möglichkeiten, um auf die Zugspitze zu fahren. Der reguläre Preis pro einem Erwachsenen liegt bei 61 €. Dabei kannst du frei wählen, ob du mit der Eibsee-Seilbahn oder mit der Zahnradbahn fährst. Zusätzlich gibt es Kombitickets wie zum Beispiel Zugspitze mit Garmisch Classic für 73 € (beinhaltet die Fahrt auf die Zugspitze und die Fahrt zum Osterfelderkopf mit der Aussichtsplattform Alpspix, regulärer Ppreis hoch und runter: 30 €). Ein Hund kostet sowohl bei Zugspitze als auch bei Kombiticket einmal 5 €, dazu kommen zwei Euro Pfand für die Karte.

Hier geht es zur offiziellen Webseite.

Die Zahnradbahn zur Zugspitze mit Hund

Die Zahnradbahn zum Zugspitzplatt hält u.a. in Garmisch, Grainau und am Eibsee. Hier kannst du entweder aussteigen und in die Seilbahn umsteigen oder du bleibst sitzen und fährst durch zahlreiche Tunnel hinauf zum Zugspitzplatt. Die Fahrt von Garmisch aus dauert etwa 1:15 Minuten. Meine Tierschutzhündin Kiki fährt grundsätzlich öffentliche Verkehrsmittel. Morgens ist sie manchmal ein bisschen aufgeregt und es dauert, bis sie zur Ruhe kommt. Die Zahnradbahn war wesentlich aufregender für sie – vielleicht, weil es lauter und steiler war und der Zug immer wieder laut pfeift. Ich habe Ende Juli 2021 den ersten Zug um 8:17 von der Station Hausberg aus genommen. Am Gleis angekommen, gleich der erste Minuspunkt: der Bahnsteig besteht aus einem Stahlgitter, was für die eher kleine Kiki nicht soptimal ist. Deswegen habe ich neben dem Bahnsteig auf den Zug gewartet und habe sie hineingetragen und einen Viererplatz für uns beide ergattert. Das kann im August bei absolutem Topwetter anders aussehen – möglicherweise ist es dann deutlich voller! An der Station Eibsee sind viele Mitreisende ausgestiegen, dann war es sehr ruhig und angenehm in der Zahnradbahn. Kiki war trotzdem zappelig bis zum Ende der Fahrt.

Mehr Infos: Mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze – Fahrtzeiten und FAQ

Mit der Gletscherbahn vom Zugspitzplatt zur Gipfelstation

Die Zahnradbahn verkehrt nur bis zum Zugspitzplatt. Hier befindet sich ein nettes Restaurant, ein kleines Kirchlein und die Möglichkeit, sich die Beine zu vertreten und sogar zu rodeln. Dazu hat Kiki sich mit Begeisterung im Schnee gewälzt! Ich glaube, das war ihr persönliches Highlight.

Zur Gipfelstation geht es vom Zugspitzplatt weiter mit der Seilbahn Gletscherbahn. Damit kannst du so viel fahren, wie du möchtest. Das heißt, es ist auch möglich, mit der Eibsee-Seilbahn nach oben zu fahren, dann die Gletscherbahn zum Zugspitzplatt und zurück zu nehmen und mit der Seilbahn auch wieder zum Eibsee zu fahren.

Die Gipfelstation auf der Zugspitze mit Hund

Vom Zugspitzplatt bin ich direkt auf den Gipfel gefahren – keine schlechte Idee, denn oben war es noch nicht so voll, dafür aber ziemlich zugig und windig. Im Zweifelsfall ist hier mehr Kleidung tatsächlich sinnvoll. In Garmisch hatte ich noch Top-Wetter mit Sonnenschein – auf den Aussichtsplattformen sah das ganz anders aus. Um zum Gipfel zu gelangen, ist mindestens eine Leiter zu überwinden – deswegen sind wir auf der Gipfelstation geblieben. Es gibt mehrere Ebenen mit Innentreppen, Aufzügen und Außentreppen – davon besteht eine Treppe aus einem engen Stahlgitter, bei dem Verletzungsgefahr für Hunde besteht – davor warnt auch ein entsprechendes Schild. Auf dem Weg zur österreichischen Station gibt es ein weiteres Stahlgitter mit größeren Löchern, aber das ist nur ein kurzes Stück. Im Laufe des Vormittags wurde es immer voller. Zum Glück war kein Top-Wetter, sonst wäre mit Sicherheit noch mehr los gewesen! Kiki neigt in engen Räumen bei vielen Menschen zu Stress und zu vermehrtem Gebell, wenn sie andere Hunde sieht. Zwar ließ sie sich immer wieder mit Leckerlis ablenken, aber ganz optimal war es nicht. Wenn dein Hund keine Menschenmengen in eher beengten Verhältnissen und keine anderen Hunde mag, dann solltest du dir gut überlegen, ob die Zugspitze das Richtige für dich und deinen Hund ist.

Mein Plan war eigentlich, mit der Zahnradbahn wieder nach Garmisch zurückzufahren. Diese fährt jedoch nur stündlich und es zeichnete sich ein großes Gedränge ab. Deswegen beschloss ich, mit der Eibsee-Seilbahn zurückzufahren und von dort aus die Zahnradbahn zu nehmen – in der Hoffnung, dass diese nicht zu voll sein würde.

Die Fahrt mit der Eibsee-Seilbahn

Die Gletscherbahn war für Kiki aufregend, aber machbar. Sie war nicht übermäßig nervös, obwohl wir uns ganz vorne in der Kabine befanden und sie freie Sicht nach unten hatte. In der Eibsee-Seilbahn sah das anders aus. Vielleicht wusste sie, dass diese Bahn mit 1945 m von allen Pendelbahnen der Welt den größten Höhenunterschied innerhalb einer Sektion überwindet? Oder sie hat gespürt, dass es wirklich steil nach unten ging. Das Einsteigen klappte soweit gut. Auch hier standen wir nahe der Tür. Doch hier bekam Kiki Angst und legte sich hin. Die Kabine war zum Glück groß, sodass wir etwas Platz hatten, ohne Angst haben zu müssen, getreten zu werden. Da es in der Mitte der Gondeln im Boden Fenster mit freier Sicht nach unten gibt, standen die anderen Fahrgäste nicht an ihren Plätzen, sondern bewegten sich immer wieder hin und her. Kiki ließ sich aber gut beruhigen und mit Futter ablenken, und die Fahrt dauerte auch nicht solange, sodass wir alles gut meistern konnten.

Da es bis zur nächsten Fahrt der Zahnradbahn vom Eibsee nach Garmisch noch dauerte und ich den Eibsee bereits an einem anderen Tag besucht hatte, beschloss ich, zu Fuß über den Badersee nach Obergrainau zu wandern. Eine sehr schöne kleine Wanderung von etwa vier Kilometern, die ich sehr empfehlen kann. In Grainau bin ich dann wieder in die Zahnradbahn gestiegen. Es verkehrte ein Sonderzug, indem ich wieder ein Vierergruppe für mich hatte. Kiki war nun auch müde und nicht mehr so nervös, sodass wir gut an unserer Bahnstation ankamen.

Auf die Zugspitze mit Hund – Fazit

Grundsätzlich hat alles ganz gut geklappt. Ich bin froh, dass ich mit der ersten Zahnradbahn und direkt danach mit der Gletscherbahn zum Gipfel gefahren bin, weil es so noch nicht so voll war. Insgesamt war ich fast drei Stunden auf dem Zugspitzgipfel und auf dem Zugspitzplatt – bei besserem Wetter, an einem Wochenende oder im August wäre es sicher sehr schnell so voll geworden, dass es für Kiki Stress pur gewesen wäre und wir deutlich eher wieder nach unten gefahren wären. Auch so war es für sie anstrengend genug. Mit Hund ist es auf jeden Fall machbar, aber eine gewisse Stresstoleranz gegenüber vielen Menschen, rennenden Kindern und anderen Vierbeinern sollte dein Liebling auf jeden Fall mitbringen.

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