Stand 25.04.2021: Die Kirschbäume blühen! Am Wochenende sind dabei ab 11 Uhr bereits die Parkplätze relativ voll. Es ist deswegen sinnvoll, entweder sehr früh oder sehr spät zu kommen – oder Kalchreuth unter der Woche zu besuchen!

Das kleine Kalchreuth ist ein tolles, ganzjähriges Wanderparadies nahe Nürnberg. Berühmt ist es vor allem für die Kirschblüte (Mitte / Ende April) – in der Fränkischen Schweiz befindet sich das größte zusammenhängende Kirschanbaugebiet Mitteleuropas. Doch ein Besuch im kleinen Dorf mit nur etwa 3000 Einwohnern lohnt sich das ganze Jahr über. Dafür sorgen der hübsche Ortskern genauso wie die herrliche Freifläche mit Blick auf die Ausläufer der Fränkischen Schweiz sowie den idyllisch gelegenen Sklavensee. In der Region bekannt ist zudem der Kalchreuther Bäcker mit etwa 70 Filialen im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen.

Die Kirschblüte in Kalchreuth

Mitte bis Ende April herrscht Ausnahmezustand – denn dreht sich alles um die Kirschblüte. Dafür wurde extra ein Kirschblütenspaziergang ins Leben gerufen. Dieser etwa 3 Kilometer lange Weg führt mit mehreren Infotafeln über den sonnenverwöhnten Nordhang und am Sklavensee vorbei – und natürlich an zahlreichen Kirschbäumen. Dazu wirst du mit herrlichen Ausblicken belohnt. Idyllisch ist auch der kleine Sklavensee, an dem der Spaziergang vorbeiführt. Hier findest du weitere Informationen und eine Wanderkarte als PDF dazu.

Wanderung: durch die Stettenbachschlucht nach Heroldsberg

Heroldsberg: Kirche mit Weißem und Grünem Schloss

Zahlreiche Wanderungen führen in das benachbarte Heroldsberg. Die Marktgemeinde ist besonders durch seine oberhalb des Gründlach-Tals gelegenen vier Schlösser berühmt. Diese wurden von einer Patrizierfamilie im 15. und 16. Jahrhundert errichtet und nach der Farbe der Fensterläden „Rotes Schloss“, „Grünes Schloss“, „Weißes Schloss“ und „Gelbes Schloss“ genannt.

Eine schöne Wanderung von 14,7 Kilometern Länge mit 240 Höhenmetern beginnt am nördlichen Parkplatz oberhalb des idyllischen Sklavensees. Hier folgst du dem Gelben Punkt zunächst nach Westen, bis zu auf die Markierung Roter Punkt stößt. Der Weg führt am Felsenkeller vorbei in die Stettenbachschlucht (vorsicht im Winter bei Eisglätte!). Von hier aus geht es nach Heroldsberg. Hier solltest du dem oben erwähnten Bauensemble mit Kirche und Schlössern einen Besuch abstatten! Entlang der Bahntrasse der Gräfenbergbahn (Markierung Grüne Lokomotive) geht es zurück nach Kalchreuth.

Weitere Wanderziele rund um Kalchreuth

Neben der idyllischen Stettenbachschlucht und dem Sklavensee lohnen sich auch weitere Wanderungen.

Der Sklavensee

Der Sklavensee (eigentlich Grubweiher) wurde in den späten 60er und 70er Jahren künstlich angelegt. Am See entlang verläuft ein Fisch-Lehrpfad. In nordwestlicher Richtung geht es weiter Richtung Dürerquelle und Jungfernsitz.

Die Dürerquelle

Der kleinen Dürerquelle entspringt nur ein kleines Bächlein. Der Überlieferung nach wurde Dürer hier im Jahr 1502 zu seiner Federzeichnung Quelle im Wald mit Antonius und Paulus inspiriert. Viel zu sehen ist allerdings nicht – lediglich einige Steinquader und ein dünnes Rohr. Viele Wanderungen führen allerdings direkt daran vorbei.

Der Jungfernsitz

Der sogenannte Jungfernsitz sieht zunächst wie eine gewöhnliche Felsformation aus. Auf der Talseite wurde jedoch eine Art Sitzbank in den Fels gehauen. Der Sage nach spendete ein Burgfräulein namens Adelheid der Kalchreuther Kirche eine hohe Summe. Der Teufel war dermaßen erzürnt, dass er sie mit einem großen Felsen erschlagen wollte. Da Adelheid ihre Hände zum Gebet faltete, brach nur ein kleiner Teil des Felsens heraus. Seit dieser Zeit finden Jungfrauen, die sich auf die Bank setzen, noch im gleichen Jahr einen Ehemann. Ein wirklich schönes Fleckchen, nahe an der Dürerquelle und nicht weit vom Sklavensee entfernt.

Die Schlucht Teufelsbadstube

Die Teufelsbadstube ist eine Schlucht etwa 1500 Meter südwestlich der Gemeinde Kalchreuth. Woher der Name stammt, lässt sich nicht mehr bestimmen. Nachgewiesen ist er seit 1843. Die Schlucht ist etwa 500 Meter lang, bis zu 75 Meter breit und bis zu 25 Meter tief. Zum Teil wird sie von verwitterten Felsformationen aus Sandstein umschlossen. Der die Schlucht durchfließende Bach Teufelsgraben entspringt etwa 400 Meter östlich von der Teufelsbadstube und wird nahe dem Felsenkeller ergänzend von der Stephansquelle gespeist. Nach etwa zwei Kilometern vereint sich der Teufelsgraben mit dem Röstgraben und wird nachfolgend zum Eschergraben. Im oberen Teil der Schlucht ist ein kleiner Wasserfall entstanden. Das Wasser fällt hier über eine Schichtstufe etwa 2 Meter in die Tiefe. Die Schlucht ist größtenteils zugewachsen und schwer zugänglich.

Die Kübelsbachschlucht

Der Kübelsbach hat in einem kleinen Waldstück zwischen dem Eckentaler Ortsteil Oberschöllenbach und dem Kalchreuther Ortsteil Röckenhof sein Bachbett in die Schichten des früheren Schwarzjura-Meeres geschnitten. Überall, wo das fließende Wasser die festeren Schichten einmal durchbrechen konnte, räumte es die weicheren Zwischenschichten weg, bis es auf die nächste härtere Schicht stieß. In der Folge haben sich dort zahlreiche kleinere Wasserfälle gebildet. Am beeindruckendsten ist die Erscheinung unweit der Brücke über den Kübelsbach an der Ortsverbindung zwischen Oberschöllenbach und Röckenhof, wo sich ein Blick in die imposante Rhätsandsteinschlucht auftut, die die unterschiedlichen Erdschichten des früheren Schwarzjura-Meeres offenbart.

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