Geschichte, Bau und praktische Besucherinformationen
Das Hermannsdenkmal bei Detmold im südlichen Teutoburger Wald zählt zu den bekanntesten Monumenten Deutschlands. Es ist nicht nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Region, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Geschichtskultur des 19. Jahrhunderts. Das Denkmal erinnert an Arminius, den Anführer der germanischen Cherusker, und verbindet historische Erinnerung mit nationaler Symbolik.
Historischer Hintergrund

Arminius, der im deutschen Sprachraum seit dem 16. Jahrhundert auch „Hermann“ genannt wird, besiegte im Jahr 9 nach Christus in der sogenannten Varusschlacht drei römische Legionen unter dem Statthalter Publius Quinctilius Varus. Dieses Ereignis gilt als Wendepunkt der römischen Expansionspolitik nördlich des Rheins. Die Niederlage führte dazu, dass das Römische Reich seine dauerhafte Ausdehnung in das freie Germanien aufgab.
Im 19. Jahrhundert wurde Arminius im Zuge der nationalen Einigungsbewegung zu einer zentralen Symbolfigur. In einer Zeit, in der Deutschland noch aus vielen Einzelstaaten bestand, stand er für Unabhängigkeit, Widerstand und kulturelle Selbstbehauptung. Die Idee eines Denkmals entstand vor diesem politischen und geistigen Hintergrund.
Baugeschichte des Denkmals
Entworfen wurde das Hermannsdenkmal vom Bildhauer und Architekten Ernst von Bandel. Erste Planungen gehen bis in die Jahre um 1819 zurück. Der Baubeginn erfolgte 1838, der Grundstein wurde 1841 gelegt. Der Bau gestaltete sich jedoch äußerst langwierig und zog sich über mehrere Jahrzehnte hin. Finanzielle Probleme, politische Unruhen und die Revolution von 1848 führten zu langen Unterbrechungen.
Erst nach der Reichsgründung von 1871 erhielt das Projekt neuen Auftrieb. Am 16. August 1875 wurde das Denkmal schließlich in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. feierlich eingeweiht. Die gesamte Höhe beträgt rund 53,5 Meter, wovon etwa 26,5 Meter auf die Kupferstatue selbst entfallen. Damit ist das Hermannsdenkmal bis heute die höchste Statue Deutschlands.
Die Darstellung zeigt Hermann mit erhobenem Schwert, das nach Westen – symbolisch gegen Rom – gerichtet ist. In der linken Hand hält er einen Schild, auf dem eine Inschrift an den Sieg über die Römer erinnert.
Lage und landschaftlicher Kontext
Das Denkmal steht auf der Grotenburg, einem rund 386 Meter hohen Berg nahe Detmold-Hiddesen. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über den Teutoburger Wald und das lippische Bergland. Der Standort ist zugleich ein bedeutender Knotenpunkt für Wanderwege, darunter der bekannte Hermannsweg. Dieser führt auch zu den Externsteinen, der als der stärkste Kraftort Deutschlands gilt. Zwischen der Eisenquelle beim Donoperteich, dem Hermannsdenkmal, der Sachsentaufe, den Externsteinen und dem Silberbachtal soll dazu eine der stärksten Leylinien innerhalb von Deutschland und Europa verlaufen.
Wanderung von den Externsteinen zum Hermannsdenkmal

Grundsätzlich ist es möglich, von den Externsteinen zum Hermannsdenkmal zu wandern. Die Tour ist etwa 20 Kilometer lang und es ist ein Höhenunterschied von etwa 600 Metern zu überwinden. Dabei kommst du an geschichtsträchtigen Orten wie dem alten Steinbruch auf dem Bärenstein sowie der Ruine Falkenburg vorbei.
Wer nicht so weit laufen möchte, kann den Bus nehmen: die Touristenlinie 792* fährt von Ostern bis zum 1. November am Wochenende stündlich von Detmold bis nach Bad Pyrmont und macht Halt am Hermannsdenkmal und an den Externsteinen.
Praktische Besucherinformationen (Stand 2025)
Öffnungszeiten
Tourist-Information und Ausstellungsbereiche
- April bis Oktober: täglich 10:00–18:00 Uhr
- November bis März: samstags und sonntags 11:00–15:00 Uhr
(An Feiertagen und bei Veranstaltungen können die Zeiten abweichen.)
Aussichtsplattform / Besteigung des Denkmals
- In der Sommersaison in der Regel täglich geöffnet
- Letzter Einlass etwa 30 Minuten vor Schließung
- In den Wintermonaten verkürzte Öffnungszeiten und witterungsabhängige Schließungen möglich
Das Außengelände rund um das Denkmal ist jederzeit frei zugänglich.
Eintrittspreise
- Erwachsene: ca. 4,00 €
- Kinder (6–14 Jahre): ca. 2,00 €
- Kinder unter 6 Jahren: frei
Der Aufenthalt auf dem Gelände selbst ist kostenlos. Eintritt wird nur für die Besteigung der Statue erhoben.
Parken
Direkt am Hermannsdenkmal befindet sich ein großer, ausgewiesener Parkplatz.
- PKW: ca. 4,00 € pro Tag
- Motorräder: ca. 3,50 € pro Tag
- Reisebusse: kostenfrei
Die Bezahlung erfolgt in der Regel vor Ort am Parkautomaten.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Vom Bahnhof Detmold aus ist das Hermannsdenkmal mit Bus und Fußweg erreichbar:
- Buslinien in Richtung Detmold-Hiddesen (z. B. Linie 703 oder 704), anschließend kurzer Fußweg
- In der Saison verkehrt zusätzlich ein Naturparkbus, der direkt bis zum Parkplatz am Denkmal fährt (vor allem an Wochenenden und Feiertagen)
Fazit
Das Hermannsdenkmal ist ein eindrucksvolles Zeugnis des 19. Jahrhunderts und zugleich ein Ort, an dem sich Geschichte, Politik und Landschaft miteinander verbinden. Ob als Ziel einer Wanderung, als Aussichtspunkt oder aus historischem Interesse – der Besuch bietet einen sachlichen Einblick in ein Monument, das bis heute die Wahrnehmung der deutschen Vergangenheit geprägt hat.
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