Die größten und tödlichsten Vulkanausbrüche der Weltgeschichte

Der Ausbruch der Eldgjá auf Island war möglicherweise einer der tödlichsten Vulkanausbrüche der Geschichte

Naturkatastrophen sind furchtbar, doch sie faszinieren uns immer wieder aufs Neue. Gerade Vulkanausbrüche finde ich interessant, besonders nach meinem letzten Besuch in Island. Der Ausbruch des Eyjafjallajökull hat den Flugverkehr in Europa durcheinander gebracht, doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was Vulkanausbrüche tatsächlich anrichten können. Im Folgenden findet ihr eine Auflistung der verheerendsten und tödlichsten der bekannten Vulkanausbrüche.

JahrRegionOpferzahlInformation
1.500 v.Chr.Thira / Santorin, Griechenlandunbekannt Eine heftige, explosive Explosion, die Tsunamis auslöste und durch die möglicherweise die kretische Kultur der Minoer unterging.
24. August 79Vesuv, Pompeji, Neapel, Italienca. 2000Der wohl berühmteste, aber längst nicht der verheerendste Ausbruch der Menschheitsgeschichte. Berühmt durch den Untergang und die Wiederentdeckung von Pompeji und Herkulaneum und die Überlieferung von Plinius d. Älteren.
150 n. Chr.Taupo, Nordinsel NeuseelandunbekanntEin sehr heftiger Ausbruch, der die Nordinsel Neuseelands in eine Wüste verwandelt wurde. Der heutige LakeTaupo ist die Caldera des einstigen Vulkans.
939 n.Chr.Eldgjá, IslandunbekanntAusbruch der Katla und Eldgjá, einer der größten Vulkanausbrüche in historischer Zeit mit weltweiten Folgen. Mehr lesen:https://reise-geheimtipp.de/eldgja-die-feuerschlucht-auf-island/
1169Ätna, Sizilien15.000 Vor allem das durch die gewaltige Eruption ausgelöste Erdbeben kostete 15.000 Menschen das Leben.
1257Samalas, Lombok, IndonesienunbekanntFolgenschwerer Ausbruch mit heftigen Auswirkungen auf das Weltklima. Die Forscher entdeckten anhand von Spuren überall auf dem Globus, dass es in diesem Jahr einen gewaltigen Ausbruch gegeben haben musste. Es dauerte jedoch Jahre, bis der Samalas als Ursache identifiziert werden konnte.
1362Öræfajökull, Island 200Der Vulkanausbruch des Öræfajökull verursachte schwere Gletscherläufe. Seit dem Jahr 2017 ist der Vulkan wieder aktiv. Da er das größte Magmavolumen aller isländischen Vulkane besitzt, ist die Sorge der Isländer groß.
1592Luzon, PhilippinenTausendeDer Vulkan stieß bei seinem Ausbruch giftige Gase aus, an denen Tausende Menschen erstickten.
1616Mayan, Luzon, PhilippinenTausende Tausende von Toten durch Lavastöme und den Auswurf von Gesteinsbrocken.
1631Vesuv, Neapel, Italien18000Viel heftigerer Ausbruch als im Jahr 79 nach Christus. Vor allem die Schlammlawinen, die an den Flanken des Vulkans herniedergingen, töteten tausende Menschen.
1669Ätna, Sizilien20000Ein gewaltiges Erdbeben im Südosten Siziliens zerstörte Dörfer und Städte und löste einen Ausbruch des Ätna aus. Lavaströme zerstörten die Stadt Catania.
1783-1784Laki-Krater, IslandMehr als 20000 Der Ausbruch der Laki-Krater setzte riesige Lavamassen und große Mengen giftiges Fluorgas frei, die zu einer gewaltigen Hungersnot führte. Ein Viertel aller Isländer starb. Die Gaswolke zog auch nach Mitteleuropa, wo sie einen extrem kalten Winter verursachte, in dem weitere tausende Menschen starben.
Mehr lesen: Der Ausbruch der Laki-Krater im Jahr 1783
1783Asamajama, Hondo, JapanMehr als 5000Der Ausbruch zerstörte 48 Dörfer durch ausgeworfenes Gestein und schuf eine neue Insel.
1792Unzen, Kiuschu, Japan15000Bei diesem Ausbruch wurden die Städte Higo und Schimabara völlig zerstört.
1793Mijijama – Kiousiou – Java53000Der Vulkan setzte bei seiner Explosion Schlamm- und Wassermassen gewaltige frei.
1815Tambora – Sumbawa, Indonesien12500 Inselbewohner, über 80000 Menschen weltweitNahezu die gesamte Inselpopulation wurde durch Gas- und Aschewolken, Feuer- und Gesteinsbrockenausgelöscht. Ähnlich wie beim Ausbruch des Laki, kühlte sich das Klima ab. Das darauf folgende Jahr 1816 ging  als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsbücher ein, was zu golbalen Hungersnöten führte. Der Ausbruch löste beispielsweise die große Hungernot (great famine) in Irland aus, was eine Massenauswanderung nach Amerika zur Folge hatte.
1875Cucuta, Kolumbien16.000Ein Erdbeben löste den Vulkanausbruch aus. Glühende Lava ergoss sich über die durch das Erdbeben teilweise bereits zerstörte Stadt.
27.08.1883Krakatau, Indonesien30.000 18 qkm Gestein wurden 16 km hoch bis in die Stratosphäre in die Luft geschleudert. Der Ausbruch verursachte gewaltige, bis zu 40 Meter hohe Tsunamis.
08. Mai 1902Montagne Pelée – Martinique, Kleine Antillen30.000Die Glutwolke der Eruption erstreckte sich über 58 Quadratkilometer. Da die Behörden eine Evakuierung verhinderten (möglicherweise um die anstehenden Bezirkswahlen durchführen zu können), starben unzählige Menschen, nur zwei Bewohner der Insel überlebten.
1912Novarupta, Katmai – Alaska, USA Keine bekanntDie Explosion hüllte weite Gebiete Alaskas für 60 Stunden in dunkle Aschewolken. Kein anderer Vulkan stieß im 20. Jahrhundert so viel Material aus wie der Novarupta. Menschenkamen kaum zu Schaden, da das Gebiet unbewohnt war. Der Ausbruch hatte auch vergleichsweise wenig Einfluss auf das Weltklima.
1919Kelud, Java, Indonesien60000Das Wasser des Kratersees bildete Flutwellen, die talwärts flossen und unzähligen Menschen das Leben kostete.
1947Hekla, IslandKeine bekanntDer Vulkan erzeugte eine über 30 km hohe Rauchsäule.
23. Januar 1973Eldfell – Heimaey, Island1150 Meter hohe Lavafontänen spruudelten aus dem Boden, Aschebrocken wurden aus dem Krater geschleudert. 1200 Häuser wurden durch die Feuerwände zerstört.
Juni 1991 Pinatubo – Luzon, Philippinen 1000Der Pinatubo-Ausbruch war der stärkste  im 20. Jahrhundert. Durch die in die Stratosphäre geschleuderten Asche und Gase kühlte das Weltklima um etwa ein halbes Grad ab.
1996Gjálp, Vatnajökull, IslandKeine bekanntHeftige Gletscherläufe führten zu Überschwemmungen mit erheblichem Sachschaden.
2000Hekla, IslandKeine bekanntNach heftigen Erdbeben schleuderte der Vulkan Asche und Lava hinaus.
März 2010
Eyjafjallajökull , Island
Keine bekanntDer Ausbruch des Eyjafjallajökull begann am 20. März 2010 als Spalteneruption mit Lavafontänen und Lavaströmen. Am 14. April 2010 verlagerte sich das Eruptionszentrum unter den Gletscher. Es kam zu Gletscherläufen, die Überschwemmungen verursachten. Dirch die Aschewolke war der europäische Flugverkehr wochenlang eingeschränkt..
August 2014 – Februar 2015Bárðarbunga (Holuhraun), IslandKeine bekanntDie  Spalteneruption fand an der gletscherfreien Flanke statt. Der Ausbruch war der größte Vulkanausbruch in Island seit der Laki-Eruption von 1783/84 und zählt zu den bedeutendsten Vulkanausbrüchen in der jüngeren isländischen Geschichte. Da der Vulkan abseits liegt, kamen keine Menschen zu Schaden.

Viele der aufgelisteten Ausbrüche im 20. Jahrhundert führten zum Glück zu weniger Toten – teils, weil sich die Vulkane in eher unbewohntem Terrain befinden wie in Alaska, aber auch, weil die Voraussage von Vulkanausbrüchen präziser erfolgen kann und entsprechende Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet werden können. Besonders heftige Vulkanausbrüche habe ich zur Vollständigkeit in der Liste belassen.

Der tödlichste Vulkanausbruch

Was war denn jetzt der tödlichste aller Vulkanausbrüche?

Das lässt sich natürlich nicht so genau sagen, da vor allem aus dem Mittelalter keine genauen Daten überliefert sind. Dazu tragen Vulkanausbrüche auch zu Veränderungen des Weltklimas bei und schaffen Dürren oder kalte Winter, die weiteren Menschen das Leben kosten können.

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