Das kleine Dorf Birkenreuth, gelegen auf einer Hochebene südlich der Wiesent zwischen Ebermannstadt und Muggendorf, ist vor allem für seinen beeindruckenden Osterbrunnen bekannt. Im historischen Brunnenhaus aus dem Jahr 1836 verwandelt sich der Brunnen alljährlich zu einem prachtvollen Kunstwerk: Mit rund 3000 kunstvoll verzierten Eiern wird er liebevoll geschmückt. Ein besonderes Highlight im Inneren des Brunnenhauses ist die Osterkrippe, die mit über 90 handgefertigten Figuren die Ostergeschichte anschaulich erzählt.

Schmückzeit des Osterbrunnens Birkenreuth 2025
Die Osterkrippe kann von Samstag 12.4. bis Montag 5.5. besucht werden.
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Anreise:
Parken kannst du direkt an der Straße rund um das Brunnenhaus.
Ein Brunnen mit Geschichte
Der Brunnen von Birkenreuth wurde im Jahr 1796 mit der Hand gegraben und stellte eine Meisterleistung damaliger Zeit dar. Bei den Bauarbeiten gab es allerdings einen Todesfall. Der Brunnen ermöglichte erstmals eine Wasserversorgung direkt im Ort. Zuvor mussten die Dorfbewohner das Wasser mühsam aus dem Tal hinauftragen. Er hatte eine ursprüngliche Tiefe von 70 Metern. Heute misst der Brunnen 43 Meter bis zum Grund. Der Wasserstand beträgt 10 Meter.

Bis zum Bau der modernen Wasserleitung im Jahr 1932 diente der Brunnen als lebenswichtige Trinkwasserquelle für Mensch und Tier. Die Geschichte des Brunnenhauses ist eng mit dem Wunsch der Dorfgemeinschaft nach einer eigenen Schule verknüpft. Da die Kinder aus Birkenreuth täglich ins Tal zur Schule gehen mussten – eine beschwerliche Strecke, insbesondere im Winter – existierte im Ort eine sogenannte Neben-Winterschule. Diese wurde in einem alten Bauernhaus von einem geschulten Bauern betrieben. Nach einer Inspektion im Jahr 1833 ordnete der Schulinspektor jedoch deren sofortige Schließung an, vermutlich aufgrund unzureichender Bedingungen.
Entschlossen, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu bieten, planten die Birkenreuther den Bau einer eigenen Schule. Für dieses Vorhaben wurde Holz geschlagen und finanzielle Zuschüsse beantragt. Da die Mittel jedoch nicht ausreichten, wurde das bereitgestellte Holz stattdessen genutzt, um den Brunnen zu überdachen und ihn so dauerhaft vor Witterungseinflüssen zu schützen. So entstand das 13 Meter hohe Brunnenhaus, das bis heute das Ortsbild prägt.
Ein klangvolles Denkmal
Ein weiteres besonderes Merkmal des Brunnenhauses ist die darin befindliche Glocke, die täglich zur Morgen-, Mittags- und Abendstunde läutet. Sie dient zudem als Totenglocke und verkündet bis heute wichtige Ereignisse im Dorf.
Wer einen Blick in den beleuchteten Brunnenschacht wirft, kann den felsigen Untergrund erkennen, durch den sich die Arbeiter damals mühsam von Hand gegraben haben. Ein Blick nach oben ins Dachgebälk offenbart beeindruckende, handgehauene Balken – ein Zeugnis traditioneller Zimmermannskunst.
Fazit
Der Osterbrunnen von Birkenreuth ist weit mehr als nur ein geschmückter Brunnen – er ist ein Symbol für Gemeinschaftssinn, Tradition und Handwerkskunst. Jedes Jahr zur Osterzeit erstrahlt er in neuem Glanz und lädt Besucher dazu ein, die reiche Geschichte und den einzigartigen Charme dieses besonderen Ortes zu entdecken.
Weitere Highlights in der Umgebung von Birkenreuth

Von Birkenreuth ist es nicht weit nach Streitberg mit der Ruine Neideck, nach Muggenhof, Tüchersfeld mit dem Fränkische Schweiz Museum oder Gößweinstein mit Burg und Wallfahrtsbasilika.