Nemrut Dağı

In Ostanatolien, nördlich der Stadt Urfa, befindet sich der gewaltige Grabhügel Nemrut Dağı. Bekannt ist er vor allem für seine Kolossalstatuen.

Die Geschichte von Nemrut Dağı

Aus dem hethitischen Königreich ging ab dem 12. Jahrhundert auch das lokale Königreich Kommahu hervor. Zuerst war es dem Assyrerreich tributpflichtig. Als General Orontes aus dem Königreich im 4. Jahrhundert v.Chr. erfolgreich die Nachfolgefrage des persischen Herrscherhauses regeln konnte, erhielt er zu Dank eine Perserprinzessin zur Frau. Sein Reich, das fortan Kommange genannt wurde, überstand die Wirren der nächsten Jahrhunderte weitgehend unbeschadet. Um etwa 50 v.Chr. wurde das Land von Antiochos I. beherrscht, durch den es letztendlich auch seine Berühmtheit erlangte – denn unter seiner Regierung entstand der gewaltige Grabhügel von Nemrut Dağı.

Das Grabmal des Antiochos

Antiochos wählte den 2150 m hohen Berg aus, um auf ihm, nahe dem himmlischen Thron, bestattet zu werden. Auf dem Gipfel ließ er eine gewaltige Kuppe aus Gestein errichten, unter dem die Grabkammer vermutet wird. Allerdings hat man sie bis heute nicht gefunden. Auf den Terassen am Ost- und am Westhang ließ der Herrscher gewaltige Götterstatuen errichten. Sie sind bis zu neun Metern hoch und stellen die Schutzgöttin des Reiches, Kommange, Antiochos selbst und weitere Götter dar, in denen sich griechische und kleinasiatische Merkmale vermischen. So sind die Gesichter in griechischem Stil gehalten, während Kopfschmuck und Haartracht aus Persien stammen. Die Statuen wurden nicht aus einem Stück gehauen, weswegen ihnen mit der Zeit die Köpfe abgefallen sind. Diese wurden aber in jüngerer Zeit wieder aufgerichtet und stehen nun zu Füßen ihrer gewaltigen Körper. Auch prachtvolle Reliefs gab Antiochos in Auftrag, auf denen er seinen vermeintlichen göttlichen Stammbaum zu verewigen trachtete.

Eski Kahta

Am Fuße des Nemrut Dagi befindet sich Eski Kahta, die Sommerresidenz von Kommange. Hier huldigten auch Anhänger des Mithras-Kultes der Fruchtbarkeitsgöttin Kybele. Diese zog sich der Sage nach in eine Höhle in Eski-Katha zurück, in der sie einige Tage fastete und betete, bis sie wieder ans Tageslicht zurückkehrte.
In der Nähe errichteten entweder Kreuzfahrer oder Mamlucken Yeni Kale, die neue Burg. Sie war mit einem unterirdischen Tunnel, der unter einem Bach hindurchführte, mit Eski Kahta verbunden. Zu sehen ist auch noch eine 1800 Jahre alte Brücke über den Cendere, der unter dem Kaiser Septimus Severus errichtet worden war.