Vansee

Der Vannsee ist der größte See der Türkei. Er liegt auf 1720 m Höhe inmitten von Bergen. Seine Wasserfläche ist etwa sieben mal so groß wie der Bodensee. Das Wasser erhält der Binnensee durch die Schneeschmelze. Im Sommer verdunstet ein großer Teil wieder. Deswegen gibt es kaum Leben in diesem gigantischen Gewässer. Baden ist möglich; die besten Monate dafür sind Juli und August, wenn die Wassertemperatur etwa 18°C beträgt. Die Berge der Region laden im Sommer zum Bergsteigen ein. Vor allem das Gebirge der Region Hakkari halten viele Bergsteiger für die größte Herausforderung zwischen Hindukusch und Alpen. Doch auch für den, der nicht so hoch hinaus möchte, gibt es um den Vansee viel Interessantes zu besichtigen. So befindet sich am Nordufer z.B. der Friedhof von Ahlat, in dem es schöne Türben aus der Mongolenzeit und eine osmanische Burgruine zu besichtigen gibt.
Die größte Sehenswürdigkeit der Region ist jedoch die armenische Heiligkreuzkirche auf der Insel Achtamar. Das Gotteshaus wurde um 915 unter König Gagik I Ardsruni, einem Vasall der arabischen Abbasiden, errichtet. Die Herrscher von Van standen immer im Konflikt mit den Bagratuni aus Ani. Daraus folgte, dass Achtamar bis ins 19. Jh über einen eigenen Patriarchen verfügte. Die Kirche ist im armenischen Stil erbaut: eine Kuppel erhebt sich über vier Säulen. Besonders interessant sind die Reliefs an der Außenwand: hier finden sich sowohl alttestamentarische Szenen als auch zahlreiche Tierdarstellungen. Der Stil ist ähnlich wie in Divrigi, da er ebenfalls von den Abbassiden beeinflusst, aber von Armeniern erbaut wurde.

Die Stadt Van

Die Stadt Van wurde der Sage nach kurz nach der Sintflut errichtet. Sicher ist, dass sie im 9. Jh. v-Chr. Zur Hauptstadt des Uratäerreiches wurde. Die Uratäer beherrschten zwischen 900 und 700 v. Chr. ein gewaltiges Reich von Armenien bis zum Iran. Danach wurde Van von Armeniern, Persern und schließlich den Osmanen beherrscht. Als die Armenier zu Beginn des 19. Jh. deportiert werden sollten, hofften sie auf Unterstützung der russischen Truppen. Als sich diese jedoch 1915 zurückzogen, zerstörten die Armenier ihre Stadt und flohen in den Kaukasus. Deswegen ist die Altstadt bis heute stark zerstört. Zu besichtigen gibt es die Zitadelle, in der die Grabkammern der uratäischen Könige, die Sardursburg sowie ein Minarett aus der Seljukenzeit zu sehen sind. Der persische König Xerxes verewigte sich durch eine dreisprachige Inschrift an der Südwand der Festung. Auch ein Spaziergang durch das neue Van lohnt sich. Die Stadt ist berühmt für seine Lederwaren, Teppiche und seinen weißen Käse mit Knoblauch und Petersilie. Einen Besuch wert ist auch die etwa 50 km entfernte Burg Hoshap, die majestätisch auf einem Felsen inmitten (im Sommer) grüner Wiesen thront. Sie wurde im 17. Jh von einem kurdischen Herrscher errichtet.