Kappadokien

Absolutes Highlight eines jeden Türkeibesuches ist die zentralanatolische Landschaft Kappadokien. Geformt wurde sie durch heftige Vulkanausbrüche und anschließende heftige Erosion, die den weichen Tuff bearbeiteten. Menschen begannen schon in frühgeschichtlicher Zeit, das weiche Gestein auszuhöhlen und zu ihrer Wohnstatt zu machen.
Besonders das Tal Göreme ist bekannt, nicht zuletzt wegen seinen prachtvollen Höhlenkirchen. Sie wurden wohl von verfolgten Christen schon im 4. Jh. n. Chr. erschaffen, bevor die Lehren Jesu zur Staatsreligion erhoben worden waren. Auch nach dem Wandel der Staatsreligion zogen sich Eremiten immernoch in die abgeschiedene Gegend zurück. Im 6. und 7. Jahrhundert streiften Perser und Araber plündernd durch das Land. Deswegen errichteten die Menschen etwa 100 unterirdische Städte, in denen sie sicher waren, bis die Plünderer wieder abzogen. Dort konnten bis zu 60000 Menschen Platz finden. Raffinierte Lüftungsschächte, Brunnen und Vorratsräume machten dies möglich. Die beeindruckendste dieser Höhlenstädte ist Derinkuyu. Sie besitzt 8 Stockwerke, die bis zu 55 m tief reichen.

Natürlich passte sich auch die sakrale Architektur diesen Umständen an und es entstanden hohe Gewölbe mit fantastischen Fresken. Bis ins 13. Jahrhundert war Kappadokien ein wichtiges christliches Zentrum. Die letzten Christen verließen erst 1923 ihre steinernen Wohnungen. In der Region gibt es auch eine islamische Sehenswürdigkeit: Hacibeshiktash, das Gründungskloster der Bektashi-Derwische. Die Derwische lebten friedlich mit den christlichen Nachbarn zusammen; ihre Lehre war von Toleranz und Freidenkertum geprägt.

Sehenswert ist natürlich das Freilichtmuseum in Göreme, das aus einer Reihe unterirdischer Kirchen besteht. Besonders erwähnenstwert ist die Tokali Kilise. Sie verfügt über ausnehmend schöne Bilder – diese zählen zu den besten von ganz Kappadokien. Besonders schön ist auch die Karanlik Kilise, die mit Hilfe der Unesco restauriert wurde und in der die Farben wieder strahlen wie kurz nach ihrer Auftragung. Alle Kirchen aufzuführen, die es zu bestaunen gibt, würde an dieser Stelle zu weit führen.
Die beeindruckendste der Höhlenstädte ist übrigens in Derinkuyu (etwa 20 km südlich von Nevshehir gelegen). Sie besitzt 8 Stockwerke, die bis zu 55 m tief reichen.