Syrien

Grabturm in Palmyra khan asad pascha damaskus palmyra burg mystisch Safita Tower Syria

Helfen Sie Syrien! Zum Projekt Syriens Zukunft

Syrien im Krieg – Die Vorgeschichte

Ein Land, unterdrückt von einem brutalen Diktator.
In dem Meinungsfreiheit ein Ding der Unmöglichkeit ist.
In dem Korruption und Willkür herrschen.
In dem dennoch ein Großteil der Menschen in Frieden lebt.
Ohne Hunger zu leiden. Oder Gewalt zu erfahren.

Syrien im Krieg – Das Jetzt

Ein Land im Bürgerkrieg.
Ein Land mit falschen Propheten.
Und falschen Versprechungen.
Auf der einen Seite ein brutaler Diktator.
Auf der anderen Seite einige gemäßigte Rebellen.
Dazu viele brutale, islamistische Rebellen.
al-Qaida, Nusra, IS.
Dazu Waffen. Von Russland. Von den USA. Von Qatar. Von Saudi-Arabien. Von Frankreich. Von der Türkei. Von Großbritannien.
Von Deutschland.

Ein Land in Trümmern.
Ohne Strom. Ohne Wasser.
Dafür mit Willkür. Korruption. Folter. Tod.
Der Diktator wirft Fassbomben.
Die Rebellen werfen Mörsergranaten.
Dazu Massaker.
In Hula. Adra. Lattakia. Rakka.
Die Zivilisten sterben.
Und die Welt liefert höchstens noch mehr Waffen.

Syrien im Krieg – Die Zukunft

Ein Land im Chaos.
Ein Land ohne Zukunft
Und kein Frieden in Sicht.

Ist das der Preis der Freiheit?
Ist das der Preis der Demokratie?

Können die, die den Krieg brachten, den Frieden wiedererstellen?
Doch was wird das für ein Frieden sein?
Wer wird über die Trümmer herrschen,
wenn die letzten Zivilisten ermordet wurden?
Brutale islamistische Rebellen.
Oder ein brutaler Diktator.

Anmerkungen zu diesem Text

Bürgerkrieg in Syrien

Seit 2011 tobt in Syrien ein erbitterter Bürgerkrieg. Zwei Drittel aller Häuser sind zerstört, 9 Millionen Syrer sind auf der Flucht, die Zahl der Toten lässt sich kaum mehr zählen.

Darüber hinaus wurde das kulturelle Erbe Syriens teils zerstört, teils geplündert und ins Ausland verkauft. Der große Basar und die Omayyadenmoschee in Aleppo haben besonders gelitten. Der Bürgerkrieg kostet nicht nur unzähligen Syrer das Leben, sondern zerstört gleichzeitig ihr kulturelles Erbe und ihre Identität.

Die folgenden Bilder wurden in den Jahren 2006 bis 2011 aufgenommen und digital nachbearbeitet. Das kulturelle Erbe Syriens verliert sich im Dunkel der Geschichte, das Schicksal der Syrer bleibt ungewiss.

syrische frau 2006 syrisches kind syrisches mädchen mit kind syrischer mann

Das Wichtigste der Nachrichten aus Syrien in Kürze:

In Syrien gibt es kein gut oder böse. Die Rebellen sind zersplittert in säkulare Gruppen ( Frei Syrische Armee), aber auch in immer stärker werdende, als-Qaida-nahe und von Qatar und Saudi Arabien unterstützte Gruppen.

Die Global Player in Syrien

Baschar und die Alawiten haben nichts zu verlieren – sie werden bis zum Schluss kämpfen. Die Rebellen haben bereits angekündigt: nach ihrem Sieg wird es keine Alawiten in Syrien mehr geben.

Österreich hat  seine Blauhelmsoldaten abgezogen – damit die Blauhelme nicht mit den eigenen Waffen bedroht werden. Tatsächlich wurden Blauhelmsoldaten im September 2014 von radikalen Islamisten als Geiseln genommen.

Russland bewaffnet das syrische Regime, um seinen Stützpunkt in Tartus zu halten. Iran unterstützt Syrien, um seinen Einfluss in der Region zu wahren und mit der Hizbollah ein Druckmittel in der Hand zu haben.

Saudi Arabien und Qatar bewaffnen die Rebellen, um sich als weiterer Global Player zu etablieren. Dabei unterstützen sie unterschiedliche Rebellengruppen. Die Rebellen von Saudi Arabien sollen etwas moderater sein – nachdem sie in Afghanistan die Mudschahedin unterstützten, die sich danach gegen Saudi Arabien wandten.

Die USA will Baschar stürzen, sich aber möglichst wenig einmischen. Es gibt für sie zu viele gescheiterte Konfliktlösungen (Irak und Afghanistan), der Rückhalt der eigenen Bevölkerung schwindet. Mit der Festsetzung einer roten Linie bei Chemiewaffeneinsatz haben sie sich selbst unter Zugzwang gesetzt.

Der Libanon ist zweigeteilt – die konservativen Sunniten sind für die Rebellen, die zahlreichen Alawiten und Schiiten – allen voran die vom Iran unterstützte Hizbollah – kämpfen dagegen. Besonders umkämpft ist Tarabulous im Norden. Libanon hat darüber hinaus unzählige Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen – zu Lasten des eigenen Staates.

Europa schaut zu. Ab und zu nehmen sie Flüchtlinge auf, die es durch den eisernen Vorhang geschafft haben. Großbritannien und Frankreich plädieren seit langem für ein Aufrüsten der Rebellen, Deutschland hat bislang zur Mäßigung geraten. Vielleicht das Vernünftigste, was sie machen können. Durch die Eroberungen der radikalen ISIS-Islamisten (mittlerweile: Islamischer Staat) gerät aber auch Deutschland in Zugzwang. Leider scheint nach wie vor die einzige Lösung zu sein, Waffen zu liefern statt allen Gruppierungen den Finanzhahn zuzudrehen.

Der Syrische Nationalrat und seine Klone reden viel, haben aber so gut wie keinen Einfluss auf die unterschiedlichen Rebellengruppen. Sollte Baschar stürzen, werden diese bestimmt nicht die Demokratie einführen können.

Jordanien nimmt fleißig Flüchtlinge auf, wird dem Ansturm aber vielleicht nicht mehr lange standhalten. Dazu dient es seit längerer Zeit als Ausbildungslager für „moderate“ Rebellen.

Die Türkei lässt al-Qaida Kämpfer ins Land und bietet den Rebellen einen Rückzugsort. Sie unterstützt auch Islamisten. Wer Frieden in Syrien möchte, sollte etwas gegen den Zustrom von weiteren Terroristen und Islamisten unternehmen. Bislang ist in dieser Richtung aber noch nichts passiert.

Dann gibt es in Nordostsyrien noch die Kurden, die – zumeist unter einem Ableger der PKK organisiert, unter stiller Billigung des syrischen Regimes einen eigenen Staat errichten wollen und auch nicht vor Kämpfen mit den Rebellen zurückschrecken. Einige Kurdenmilizen im Irak sollen im Kampf gegen den Islamischen Staat aufgerüstet werden. Dies wird Erdogan sicherlich nicht amüsieren.

Die syrische Bevölkerung leidet. Sie sind die Verlierer – egal, wie der Bürgerkrieg weitergeht. Ein Viertel aller Häuser sind in Syrien zerstört (Stand Juni 2013). Hilfe für die Flüchtlinge wäre der beste Weg, wie Europa helfen könnte. Sowie ein komplettes Waffenembargo. Doch dazu müssten auch die USA, Russland und Saudi Arabien mitziehen. Und die Türkei müsste seine Grenzen schließen. Und das ist leider nach wie vor sehr unwahrscheinlich (Stand: September 2014)

Weitere Informationen: UNESCO Welterbe in Syrien in Gefahr