Die Kamnitzklamm in der Böhmischen Schweiz

Das Elbsandsteingebirge ist – vielleicht mit Ausnahme der Basteibrücke – kaum irgendwo sonst so malerisch wie in der Kamnitzklamm bei Hrensko (Herrenskretschen), nur wenige Kilometer von der Deutschen Grenze entfernt. Ein Besuch der Klamm bietet zwei Bootsfahren durch die Edmundsklamm (ca. 20 Minuten) und die Wilde Klamm (12 Minuten). Auf anderem Weg ist die Klamm nicht zu passieren. Dazwischen ist es erforderlich, zu Fuß zu gehen. Alles in allem beträgt die Strecke etwa 3 Kilometer. Die Klamm lässt sich entweder von Hrensko oder von Mezni Louka aus erreichen.
Auf der Kamnitz wurde früher Holz geflößt. Heute sind es Touristen, die in einfachen Kähnen durch die Klammen gefahren werden. Dazu erläutert der Fährmann auf Tschechisch und gelegentlich auch auf Deutsch die Besonderheiten der Klamm und weist auf Felsformationen wie den Schildkrötenkopf, die Eidechse oder das Chamäleon hin. Eine (leichte) kalte Dusche in der Edmundsklamm gehört ebenfalls dazu.

Flora und Fauna in der Kamnitzklamm

In den tiefen Schluchten sammelt sich kalte Luft. In diesem Klima können so auch Gebirgspflanzen in einer ungewöhnlichen Höhe von nur etwa 200Metern über dem Meer gedeihen. Zur Fauna gehören Vogelarten wie Eisvogel und Zaunkönig, Fischotter und neuerdings auch wieder Lachse, die in jüngerer Zeit hier wieder angesiedelt wurden.

Öffnungszeiten und Preise

Die Wilde Klamm wird von 9 bis 17:00 von Mezni Louka nach Hrensko befahren, von Hrensko aus ist die letzte Fahrt sogar schon um 16:30. Die letzte Fahrt in der Emundsklamm ist ebenfalls um 17:00. Es ist also zwingend notwendig, dass Sie dieses letzte Boot erwischen, um die Klamm passieren zu können. Sonst müssten Sie aus dem Tal aufsteigen und über die Höhen nach Hrensko oder Mezni Louka zurükkehren. Für die beiden Kahnfahrten zahlen Sie jeweils extra – und zwar direkt vor der eigentlichen Fahrt. Pro Fahrt und pro Person werden ca. 3 Euro fällig.

Von der Kamnitzklamm zum Prebischtor

Eine schöne Wanderung führt durch die Kamnitzklamm zum Prebischtor. Diese ist allerdings 15 Kilometer lang. Dazu sind Sie zeitlich wenig flexibel, weil die Kahne nur begrenzt fahren und das Prebischtor lediglich von 10 bis 18 Uhr zugänglich ist. Sonst ist das Areal großflächig abgesperrt.
Sie können jedoch von Mezni Louka aus den Bus bis zur Haltestelle Prebischtor (von dort aus noch 2 km und 200 Höhenmeter bis zum Tor) oder auch weiter nach Hrensko nehmen. Die Busse sind aber nur bedingt zuverlässig. Der offizielle Bus, auf den wir gewartet haben, kam jedenfalls nicht. Auch die Infostelle bei Mezni Louka war für uns bei unserer Tour nur bedingt hilfreich und konnte zum Beispiel keine Auskunft geben, wann der nächste Bus von wo fährt. Relativ pünktlich sind dafür die Touristenbusse, mit denen Sie über Bad Schandau nach Mezni Louka und zum Prebischtor gelangen können. Unser Busfahrer war dafür aber nicht der Allerfreundlichste.

Essen und Trinken in Hrensko

In Hrensko gibt es zahlreiche Restaurants, die ab 10 Uhr langsam zum Leben erwachen. Es gibt einige Selbstbedienungsläden, zahlreiche Holzbuden mit nachgemachter Markenkleidung (z.B. Jack Wolfskin), aber keine Bäckereien. Die meisten sprechen zumindest ein paar Worte deutsch, sodass die Verständigung kein Problem darstellt. Zahlen können Sie mit Euro genauso wie mit tschechischen Kronen. Als Frühstückslocation ist das Merci zu empfehlen (gegenüber dem Parkplatz am Ortsende, es gibt immerhin Schinken-Käse-Toast und Rührei). Für ein Mittags- oder Abendessen empfiehlt sich das U Raka. Hier können zwei Personen schon ab 20 € gepflegt speisen und zum Beispiel die Himbeerlimonade genießen. Hrensko ist ein malerischer, schöner Ort – ideal, um den Tag an der Kamnitzklamm im Elbsandsteingebirge ausklingen zu lassen.