Der Blautopf in Blaubeuren

Der Blautopf am Ortsrand von Blaubeuren in Baden-Württemberg ist eine Quelle mit etwa 40 Metern Durchmesser, deren Wasser je nach Lichteinfall mal mehr und mal weniger intensiv blau leuchtet. Zusammen mit dem alten Kloster, der Hammerschmiede und den Fachwerkhäusern ist der Blautopf ein beliebtes Ausflugsziel. Dazu sind in der Region auch zahlreiche schöne Wanderungen möglich. Der Blautopf ist nach dem Aachtopf die zweit-wasserreichste Karstquelle in Deutschland. Hier ist in prähistorischer Zeit ein Wasserfall durch mehrere Erdrutsche verschüttet worden. Das Wasser fließt heute unterirdisch, sammelt sich in mehreren Höhlen und tritt im Blautopf wieder zu Tage. Aus der Quelle entspringt der Fluss Blau, der nach rund 22 Kilometern in Ulm in die Donau mündet. Der Wasserstand der Quelle und die Menge des austretenden Wassers ist abhängig von den Niederschlägen in der Region.

Warum leuchtet das Wasser im Blautopf blau?

Die blaue Farbe des Wassers entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung (so genannte Rayleigh-Streuung). Im Wasser befinden sich winzige Kalkpartikel. Diese streuen durch ihre geringe Größe vor allem das blaue Licht so, dass das Wasser der Quelle blau leuchtet.

Ist es möglich, im Blautopf zu schwimmen oder zu tauchen?

Seit den 1980er Jahren ist der Blautopf nach mehreren auch tödlich endenden Tauchunfällen gesperrt. Der letzte tödliche Unfall ereignete sich im Jahr 2003. Sondergenehmigungen für Tauchgänge haben Einsatztaucher unter anderem von folgenden Vereinen:

  • Wasserrettung DLRG
  • Verein für Höhlenkunde München e. V. (VHM München)
  • Arbeitsgemeinschaft Blautopf der HFGOK (Höhlenforschungsgruppe Ostalb Kirchheim)

Sehenswertes am Blautopf

Neben der Quelle sind auch die historischen Gebäude in Blaubeuren interessant und tragen wesentlich zur Beliebtheit des Ausflugszieles bei.

Das Hammerwerk am Blautopf

Am Blautopf steht eine Hammerschmiede, dessen Wasserrad vom Abfluss der Quelle angetrieben wird. Die Hammerschmiede wurde bis 1889 in ihrer ursprünglichen Art betrieben. In den 1960ern wollte die Gemeinde die Attraktivität der Region weiter steigern und errichtete erneut ein historisches Hammerwerk, das allerdings aus Bad Oberdorf (bei Hindelang) stammt.

Kloster von Blaubeuren

Das Kloster Blaubeuren wurde um 1085 durch den Benediktinerorden in unmittelbarer Nähe des Blautopfs gegründet und entstand an der Steller einer früher dem heiligen Johannes geweihten Kapelle. Zahlreiche Gebäude aus dem Spätmittelalter sowie die Klosterkirche sind erhalten geblieben. Im Badhaus ist ein Museum untergebracht. Heute wird die Anlage auch als altsprachliches Gymnasium genutzt.

Das Höhlengebiet bei Blaubeuren

Im Blautopf sammelt sich das Wasser aus einer etwa 160 Quadratkilometer großen Karstregion mit zahlreichen Höhlen. Dazu gehören die Blautopfhöhle im Blauhöhlensystem sowie die Hessenhauhöhle. Es gibt keine oberirdischen Gewässer in diesem Gebiet, das Wasser versickert direkt im Gestein.

Der Blautopf hat einen Durchmesser von etwa 40 Metern an der Oberfläche und die Form eines Trichters, der bis in eine Tiefe von 21 Metern reicht. In dieser Tiefe befindet sich der Einstieg in die Blauhöhle. Dieser kann deshalb nur von gut ausgebildeten Höhlentauchern erforscht werden.

Das Wasser hat im Laufe von Hunderttausenden von Jahren ein großes Höhlensystem geschaffen. Am 23. September 2006 wurde in der Blauhöhle eine riesige Halle gefunden, die „Apokalypse“ getauft wurde. Während die ersten 1200 Meter der Blauhöhle noch wassergefüllt sind, ist die Apokalypse trocken und stellt mit ihrer Größe (170 Meter Länge, 50 Meter Breite, 50 Meter Höhe) eine Besonderheit in dieser Region dar. Im April 2010 wurde mit einer 17 Meter tiefen Bohrung direkt neben der Bundesstraße 28 zum ersten Mal ein trockener, jedoch nur Höhlenforschern zugänglicher Landweg in das Blautopfhöhlensystem geschaffen. Im Jahr 2012 konnte eine Verbindung zwischen der Hessenhauhöhle und dem Blauhöhlensystem nachgewiesen werden.

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Weitere Informationen bietet das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren am Kirchplatz 10.

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