Beelitz Heilstätten

Die Beelitz Heilstätten sind heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Der riesige Krankenhauskomplex liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Berlin und wurde in den Jahren von 1889 bis 1930 als die „Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten“ gebaut. Auf über 200 Hektar befanden sich 60 Gebäude. Hauptsächlich Patienten mit Lungenkrankheiten, vor allem an Tuberkulose Erkrankte, wurden hier untergebracht. Die Meisten starben jedoch, da es keine wirksamen Medikamente gab.

In den beiden Weltkriegen dienten die Heilstätten als Lazarett – auch Adolf Hitler wurde hier behandelt.  Nach dem 2. Weltkrieg übernahm die russische Besatzungsmacht den Klinikkomplex. Bis 1994 diente die Anlage als das größte russische Militärhospital im Ausland überhaupt. Im Jahre 1990 wurde hier sogar der ehemalige DDR-Staatschef Erich Honecker wegen seines Krebsleidens behandelt, bis er 1991 nach Moskau ausgeflogen wurde.

Das Gelände ist heute frei zugänglich, dazu können einige der Gebäude im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

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Vieles auf dem Gelände war durch den Krieg schwer zerstört, wurde aber nicht wirklich wieder aufgebaut. Nur wenige Bauten sind saniert und durch neue Gebäude ergänzt worden. Neben einem Parkinson-Fachkrankenhaus befinden sich hier neurologische Rehabilitationskliniken für Erwachsene und Kinder. In der Nähe des Bahnhofes wurden Einfamilienhäuser erbaut.
Leider ist der größte Teil der Gebäude immer mehr verfallen, verwahrlost und Opfer von Vandalismus geworden. Der Betreibergesellschaft gingen zudem die Gelder aus, sodass Konzepte zur Erhaltung der denkmalgeschützten Substanzen und der geplanten Neunutzung nicht verwirklicht werden konnten.

Paranormales – Morde – Gruselgeschichten

Mit den Jahren des Verfalls ranken sich um die ehemals majestätisch aussehenden Gebäude gruselige Geschichten. Die Schreie der Patienten seien heute noch zu hören, heißt es. Dazu trieb ein Serienmörder in der Gegend sein Unwesen: der als Rosa Riese, BeelitzMörder oder Bestie von Beelitz bekannt gewordene Wolfgang Schmidt ermordete sechs Morde von 1989 bis 1990. Allerdings fand keiner der Morde oder Mordversuche direkt auf dem Klinikgelände statt. Dazu wurde im Juli 2008 eine junge Frau bei Sado-Maso-Spielen auf dem Gelände von ihrem Partner erwürgt. 2011 erhängte sich dazu zufolge ein Obdachloser in den Ruinen, nachdem er dort längere Zeit gelebt hatte

Das rief natürlich auch die Filmemacher auf den Plan und so wurden die Beelitz-Heilstätten schon für verschiedene Spielfilme zur Kulisse. Aktuell kommt im Februar 2018 der Film „Heilstätten“ in die deutschen Kinos. Der Film wurde jedoch nicht auf dem Gelände der Beelitzer Heilstätten gedreht, weil die Betreibergesellschaft eine Zunahme des Vandalismus befürchtet, sondern auf der Anlage des Sanatoriums am Grabowsee. Dafür wurde der Film „A Cure for Wellness“ in Beelitz gedreht und mehrere Gebäude dafür saniert.

Der Baumkronenpfad

Die Beelitz-Heilstätten liegen nahe Berlin im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Beelitz gehört zum Land Brandenburg und ist leicht über die Bundesautobahn 9 zu erreichen. Die Anschlussstelle Beelitz-Heilstätten/Fichtenwalde ist in der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam. Mit Linienbussen können Sie ab Potsdam oder Fichtenwalde fahren und auch die Deutsche Bahn bedient die Haltestelle Beelitz-Heilstätten an der Strecke „Dessau – Bad Belzig – Berlin“. Radfahrer erreichen die Heilstätten über den Europaradweg R1.
Einmal angekommen können Sie auf dem ersten in Brandenburg gebauten Baumkronenpfad das Areal aus der Vogelperspektive erkunden. Erkunden Sie die Natur und spüren Sie den Atem der Geschichte und ein zauberhaftes Gefühl von Weite. Kombinieren Sie diese Höhenerlebnisse mit den Führungen durch Gebäude und über die historischen Wege der Beelitzer Heilstätten. Sie werden dem Zauber dieser Anlage erliegen.

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